4000 km: Erfahrungen mit dem Metz Moover

Hallo,
ich fahre seit vielen Jahren einen Metz Moover und aktuell sind ca. 4000 km drauf :) !
Was gibt es über den Moover zu berichten?
Ich habe das Exemplar als "Vorführmodell" gekauft und er hat mich trotzdem stolze 1000 Euro gekostet. Das war auch damals viel Geld. Damals sah ich wegen der vorgesehenen Nutzung (teilweise) auf Schotterwegen eigentlich keine Alternativen. Allerdings sind die Luftreifen mit dem "baloon" -Prinzip wohl nicht so ganz für höhere Fahrergewichte ausgelegt. Ich hab so 85 - 87 KG und das quittierte das Hinterrad mit regelmäßigen Schäden. Unschön dabei: Die Drähte in den "Schwalbe-balloon" -Reifen, die die Flanken stabilisieren, reißen irgendwann. Das führt beim Fahren zu der "heiteren" Situation, dass das Hinterrad ohne Vorwarnung plötzlich blockiert. Erst habe ich fleissig die Reifen gewechselt (Im Glauben, dass es vereinzelte Qualitätsprobleme sein könnten), dann habe ich einen Continentalreifen mit höherer Traglast montiert. Der ist bisher (ca. 1000 km) haltbar. Ein weiteres Qualitätsproblem änderte sich dadurch nicht, die Schläuche hinten hatten immer eine kurze Lebenserwartung, man kann sehen, dass die sich an der rauen Innenwand der Reifen kaputt scheuern. Möglicherweise hat sich das Problem dadurch, dass der Continentalreifen breiter ist auch verschärft? --- Zur Zeit fahre ich ein Dichtmittel namens "slime" im Hinterrad, dass laut Hersteller 2 Jahre lang für Pannenfreiheit sorgen soll. Mal schauen ...
Das mit dem Verschleiß am Hinterrad ist ja schon blöd, richtig teuer ist aber auch die begrenzte Lebenserwartung der Akkus! Ich hatte bisher 2 Akkus die lustigerweise beide nach ca. 1800 km Probleme machten. Das sieht dann so aus, dass man (bergauf) mit vielleicht noch drei bis fünf ( von 10) Ladebalken im Display unterwegs ist und dann schaltet sich der Roller plötzlich komplett ab und es darf geschoben werden. Also ein Zellentausch bei dem Metzakku kommt mit Versand auf ca. 300 Euro.
Das wären dann also 0,17 Euro pro Kilometer nur für den Akkuverschleiß ! Das hat mir nicht gefallen und ich habe versucht das Akkuproblem zu ergründen. Beim ersten Akku war ich beim basteln unvorsichtig und habe die Platine im Akku zerstört. Ein teurer Spass. Die Platine hat nicht nur eine BMS und Balancer-Funktion sondern wohl noch andere Funktionen die "Metz spezifisch" sind. Damals konnte man noch komplette Akkus mit Platine von Metz kaufen was über 400 € gekostet hat. Also ein teures Missgeschick. Merke: Vor dem basteln am Akku unbedingt den Minusanschluss der Platine zum Akku ablöten! Bei meinen weiteren Tests der geschädigten Akkus kam dann heraus, dass die einzelnen Zellen spannungstechnisch einfach auseinander laufen. Die schwächsten Zellen lösen dann die vorzeitige Abschaltung aus. Das Problem ist lösbar. Metz hat anscheinend einen "Balancer" auf der Platine, der nur minimalen Strom liefern kann. Ich habe bei meinem aktuellen Akku einfach einen Balancer angeschlossen, der etwas mehr als 1 Ampere Ausgleichsstrom liefern kann. Der hat dann mehrere Stunden fleissig gearbeitet (Die Platine hat LEDs die das anzeigen). Resultat ist, dass der Akku jetzt sogar eine bessere Reichweite als neu hat. Bin mal gespannt wie lange der Effekt anhält ;-) ... Leider kann die Platine nicht so leicht in den Roller integriert werden, da ist kaum Platz für zusätzliche Sachen. Ich habe vor einfach nur die Zusatzkabel für den Balancer fest anzuschließen und (hinter einer Blende) am Roller nach aussen zu führen, so dass der Balancer nach Bedarf angeschlossen werden kann.
Ihr seht schon: Der Metz Moover scheint auf Dauer mehr was für "Bastler" zu sein. Immerhin: Wem das spass macht, der kann mittlerweile günstig (defekte) Exemplare kaufen und vielleicht damit viel (Bastel-) Spass haben ;-) ....

Viele Grüße
Volker
Ich kann das nur bestätigen. Bin ein Moover Pilot der ersten Stunde - und bin aufgrund von Komfort, Design und Qualität ein echter Moover-Fan geworden.
 
Klingt logisch, aber meine persönliche Erfahrung spricht irgendwie dagegen. Wenn ich über 2 bar hinten rein füllte schrumpfte die Lebenserwartung der Schläuche (teilweise) dramatisch (auf ca. 1 -2 Wochen). Bei max. 2 bar hielten die deutlich länger... "Niedriger" Luftdruck ist bei den "balloon-Reifen" auch die Idee hinter der Federung. Ich hatte eher gedacht, dass sich die Schläuche wegen der breiten (bauchigen) Reifen vielleicht ungesund weit dehnen. Ausserdem sind die alle "made in vietnam" :rolleyes: ...

LG
Volker
Zu niedriger Reifendruck killt den Reifen/Schlauch.
 
2 bar? Eindeutig zu wenig. Üblicherweise reden wir hier von um die 3,5 bar. Mancher fährt wohl mit 4 bar...

Der Roller hat gewiss keine Niederdruckreifen. Und selbst wenn, muss man wissen dass der niedrige Druck mit erheblichem Verschleiß einer geht.

El-Vira hat zb Niederdruckreifen. Zulässig bis ähmm... 17 oder 18 PSI.
Trotzdem ist ein Höchstdruck von 40PSI möglich und empfehlenswert im Alltag.
Neben dem Reifendruck habe ich bei der letzten Inspektion bei der Firma Daum in Fürth auch gelernt, dass die Zulassung nach StVO auch verlangt, dass der Mantel seitliche Reflektoren aufweist - diesen Reflektor-Ring haben die originalen Mäntel von Metz Moover - nicht aber die Internetware…
 
Ich fahr jetzt seid ca. 200 km mit 3 Bar rum und hab seither noch keinen Ärger mit Reifenpannen gehabt. Wenn das so bleibt; Klasse! Dafür ( den Tipp zu bekommen) hat sich die Anmeldung im Forum schon gelohnt ;-). Mein hinterer Reifen ( Continental) hat bisher schon länger als alle Schwalbereifen gehalten.... Weiss gar nicht ob der Reflektorstreifen hat ... Aber ich bin auch noch nie von der " Rennleitung" angehalten worden... Was muss man an sich haben, damit die sich für einen interessieren :-) ??
 
Also in der Roller-Bibel steht zu dem Thema,
Leuchtestreifen an den Rädern sind okay. Gelbe Reflektoren am Gefährt aber auch.

Als Autofahrer, liebe ich diese silber/weißen Dinger in die Speichen bei Fahrrädern. Aber auch ordentlich glitzernde Geräte sind toll. Wenn dann vorn und hinten noch Licht leuchtet... Perfekt.

Die seitliche Kennzeichnung hat mit gelben Rückstrahlern nach beiden Seiten wirkend gemäß Nummer 18 der Technischen Anforderungen an Fahrzeugteile bei der Bauartprüfung nach § 22a StVZO vom 5. Juli 1973 (VkBl. S. 558), die zuletzt durch die Bekanntmachung vom 23. Februar 1994 (VkBl. S. 233) geändert worden ist, oder mit ringförmig zusammenhängenden retroreflektierenden weißen Streifen an den Reifen oder Felgen des Vorderrades und des Hinterrades zu erfolgen. Bei einachsigen Elektrokleinstfahrzeugen reicht die Kennzeichnung der außenliegenden Räder. Zusätzliche nach der Seite wirkende bauartgenehmigte gelbe rückstrahlende Mittel sind zulässig.
 
Moin zusammen,
ich habe gerade für meine Frau einen „neuen“ Moover gekauft. Hatte vor ein paar Jahren schon mal einen und den wegen dem Akkuproblem wieder verkauft. Meine Frau war damals von dem Ding total begeistert, fahren top, Gewicht top und so dachte ich mir, ein schönes Weihnachtsgeschenk.
Soviel vorweg.

Was mich viel brennender interessiert statt PSI oder bar ist die Sache mit dem Akku und dem Balancer. Vielleicht könntest du lieber „Metzi“ (Volker) mal die genaue Bezeichnung der benötigten Teile auflisten und evtl. auch ein paar Bilder des Umbaues einstellen, so eine Art DIY Anleitung.

Ich und vielleicht auch andere wäre dir jedenfalls sehr dankbar und bin sogar bereit dir eine kleine Aufwandsentschädigung zukommen zu lassen wenn du dies wünscht.
 
Hallo "Schnecke",
ne finanzielle Interessen habe ich dabei keine :-) ! Der Balancer ist bei ebay oder Amazon leicht zu finden wenn man " li ion active balancer 10S" sucht. Ich stell nächste Woche noch ein Foto davon ein. Der Umbau setzt voraus, dass man mit elektronischen Hardware Basteleien etwas vertraut ist...! Der Akku muss geöffnet und das Gehäuse mit einem zusätzlichen " Durchbruch" für die Balancerkabel versehen werden. Ich habe da zum Kabelschutz eine runde Kabeltülle aus Gummi eingesetzt. Wie schon geschrieben, das Minuskabel des Akkus unbedingt von der BMS-Platine ablösen bevor die Balancerkabel an die Batterie angelötet werden. Löten klappt gut, da die Anschlüsse für das BMS auch gelötet sind.
Die Platine habe ich hinten im Roller an den dünnen Blechen die oben zwischen Heck- und Seitenblechen die Auflage des Bretts " stabilisieren" angebracht. Dazu habe ich drei Löcher da rein gebohrt ( Achtung Metallspäne dürfen nicht im Roller rumliegen, sonst ist die Hauptplatine in Gefahr!). Das passt gut zu den auf der Balancerplatine vorhandenen Löchern.
Das Loch im " Brett" muss man ausmessen, damit man die balancer LEDs sehen kann. ( Acrylscheibchen zurechtgesägt, gefeilt und eingeklebt). Natürlich ist das Fensterchen " Schnickschnack" und für die Funktion entbehrlich). Aber ich wollte gerne sehen wie und wann der balancer arbeitet.
Ich habe das jetzt ca. 400 km in Betrieb und es funktioniert immer noch gut. Ein Problem bleibt aber bestehen: Wenn der Akku fast voll ist, geht das Metzmoover original Netzteil häufiger in den rot/ grün Blinkmodus. Es klackert dann ein Relais. Vollladung ist so schwierig oder zumindest ungesund für das Netzteil. Ich lade meist über ein Solarpanel mit Pufferakku. Dabei ist der Ladestrom in der Nähe der Vollladung stark reduziert ( << 1 Ampere) . Dadurch kann langsam immer voll geladen werden.
Eventuell muss man also auch noch so ein Netzteil mit " I - U- Kennlinie" anschaffen. Bastler wie ich haben sowas aber sowieso da.
Viele Grüße
Volker
 
Hier noch Fotos vom Umbau...
 

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Danke dir Volker. Hauptsache du bekommst wegen dem roten Licht keine eindeutigen Angebote 😎
Basteln kann ich, meinen Litiumakku fürs Wohnmobil habe ich selbst gebaut mit den entsprechenden Zellen. Löten geht so, mein Hazet Werkzeugwagen hat da einen ordentlichen Lötkolben.
Wie ist das Minuskabel gekennzeichnet auf der Platine oder nur einfach schwarz?
Für das restliche Laden habe ich ein Labornetzteil.
Sollte also kein Problem sein.

Den Moover den ich für meine Frau gekauft habe ist neu, der Akku soll volle Kapazität haben aber er ist immer besser im Falle eines Falles…..
Also vielen Dank für deine Ausführungen.
Gruß Bernd
 
Hallo Bernd,
Ja das Minuskabel ist schwarz :-) ! Die Akkus haben bei mir jeweils ca. 1800 km problemlos funktioniert, Du hast also vermutlich noch etwas Zeit bis das Problem auftritt ...
VG
Volker
 
Habe trotzdem den Balancer schon mal bestellt - besser haben als warten.
Vielleicht hält mein Akku ja noch länger wenn ich mit dem Teil drohe 1759599504943.png
 
Lieber Volker,

nur zur Sicherheit möchte ich noch einmal nachfragen.Ich habe bei den folgenden Bildern die Anschlüsse für den anzulötenden Balancer mit ROT gekennzeichnet und das vorher abzulötende Massekabel ebenfalls rot. Ist das richtig und hast du ebenfalls diese Anschlüsse benutzt?
Für deinen fachmännischen Rat bedanke ich mich im voraus.
IMG_4180.jpegIMG_4181.jpeg
 
Hi,
Nein nein! Ich habe nichts auf der originalen BMS Platine geändert! Ich habe nur an den Batterieanschlussfahnen Änderungen vorgenommen. Zunächst habe ich das dicke Massekabel an der Batterie abgelötet. Danach habe ich zusätzlich zu den vorhandenen Kabeln an allen einzelnen Stufen die Kabel des zusätzlichen " aktiven " Balancers angelötet.
VG
Volker
 
Anbei ein Foto von meinem " Zusatzakku" wo ich das auch ergänzt habe.20251119_165129.jpg
 
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