Alpenüberquerung mit dem E-Scooter - wo sind die Herausforderungen?

Glück gehabt. Man weiß es leider nie aber ich hatte bis jetzt mit meinen Radtouren auch immer Glück. Hab nichmal ein wasserdichtes Zelt, weil ich nie Wasserdichtigkeit gebraucht habe. War aber schon teilweise riskant 😂
Wenn Du in der Ferienzeit im Zelt während der Tour campieren möchtest, erspart es Dir wenigstens die Unterkunftsplanung.
Ist nicht so einfach, in Italien kurzfristig etwas Günstiges oder überhaupt etwas in der Hauptsaison an der Route zu bekommen.
 
Ja, geplant ist definitiv Zelt und außerhalb der Urlaubssaison! Irgendwas kurz nach Pfingsten oder so.
 
Hi!
Etwas Senf dazu von mir, der mitten in den Alpen sitzt (Innsbruck)

Hauptherausforderung auf jeden Fall: die Steigungen. Wüsste keine Alpenpässe wo nicht zumindest ein paar km mit 20% vorkommen, mit 15% durchaus lange Strecken. Selbst wenn du einen Scooter hast der das packt auf jeden Fall die Verringerung der Reichweite beachten, das kann auch mal die Hälfte von Flachland sein. Und für wieder runter: Auch das Bremsen kann den Motor überhitzen.

Ladeinfrastruktur: Eher mau. E-Bike-Ladestationen gibt's zwar bei etlichen Radgeschäften, aber meist nur Bosch- und Schimano-Stecker. Selber erfolgreich nachgeladen hab ich bisher nur in Brixlegg und beim Camping Via Claudiasee bei Pfunds.

Zusatzakku: in Ö kein Problem, haben Viele, ich auch. Italien keine Ahnung.


Routen:

In Tirol geht das Inntal einmal quer durch die Alpen - für den südlichen Teil gibt's eigentlich nur 2 Varianten: Reschenpass und Brenner.

Der Reschenpass ist Teil der klassischen Radroute Via Claudia Augusta - das relativ flache Stück im Oberinntal bin ich schon mal gefahren:
https://www.escooter-treff.de/threads/bilder-von-touren-in-der-natur.443/page-131#post-184769
Gilt als der leichteste Pass ist aber von da aus auch nochmal 500 Höhenmeter rauf.

Der Brenner ist kürzer aber steiler. Aber bietet die Alternative die schlimmsten Teile mit der Bahn zu fahren.

Für die Nördliche Hälfte gibts etwas mehr Auswahl:
Von Westen nach Osten:
1) Fernpass (Kempten-Reutte-Imst) - der nördliche Teil der Via Claudia Augusta.
2) Mittenwald - Seefeld, runter ins Inntal würde ich aber den Zug nehmen, da gibts gepflastert nur die steile Hauptstraße. Außerdem eine der schönsten Bahnstrecken. Auch da bin ich schon mal rumgegurkt: https://www.escooter-treff.de/threads/bilder-von-touren-in-der-natur.443/page-55#post-93547
3) Bad Tölz - Achensee. Auch sehr steil runter in's Inntal.
4) Rosenheim - Kufstein - alles dem Inn entlang - bei Weitem am längsten, aber problemlos.


Und dann wäre da noch ab Salzburg der Salzach entlang über Gastein nach Kärnten. Da gibt's nur einen Pass, der allerdings sehr hoch, aber mit Bahntunnel.


Empfehlung noch: Brouter - Karte mit Radrouten und Höhenprofilen
http://brouter.de/brouter-web/#map=...Cycling,historic-place-contours,route-quality
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank @rlx für deine Eindrücke. Ich denke ich werde mich an die Via Claudia halten aber dann rechts Richtung Gardasee abbiegen (statt Venedig).

Nochmal zur Ladeinfrastruktur. Ok, also öffentliche Ladestationen gibt es wenig. Da hoffe ich, dass ich unterm Tag mal bei einer Pause im Biergarten gegen ein kleines Trinkgeld dort meinen Scooter laden kann. Evtl. sollte ich da ein Verlängerungskabel mitnehmen. Auf den Campingplätzen sollte es ja eigentlich immer Strom geben, oder? Also ich kenne das zumindest in D so, dass man das dann dazubuchen kann.

Wie ihr seht, macht mir der Akku am meisten zu schaffen. Leistung des Scooters ist zweitrangig. Ich habe keine Probleme zur Not auch mal ein paar Kilometer den Berg hochzuschieben.
 
Ich möchte mal eure und meine Inputs zusammenfassen und vielleicht jemandem noch helfen, der ein ähnliches Vorhaben hat. Ich gehe davon aus, dass das Nachladen am Campingplatz generell möglich ist.
Mein Entschluss steht fest, ich werde die Tour nächstes Jahr antreten und habe dafür folgende Optionen:

Soflow SO4 Gen2 mit 2x Wechselakku (@fireball_mh ):
Tagesreichweite: ca. 86 km, teuerste, aber entspannteste Variante.
+ Akku für den ganzen Tag ohne Zwischenladen
+ Akkus können auch mal einzeln entnommen werden und somit einfacher in einem Restaurant im Rucksack geladen werden, oder im Hotel auf dem Hotelzimmer.
+ beste Steigfähigkeit

- den Scooter kann ich nach der Tour wieder gebraucht verkaufen, aber was mache ich mit den Wechselakkus?
- hohes Zusatzgewicht durch Zusatzakkus
- Getriebe relativ laut
- keine Rekuperation möglich

Wizzard 2.5 Plus (@Brunkenbold , @escooter_berlin ):
Tagesreichweite: ca. 76 km, teuer, aber relativ entspannteste Variante.
+ Akku reicht fast für einen Tag
+ Akku kann mit Schnellladegerät betrieben werden
+ sehr robust, somit wenig Anstrengung für den Körper
+ Motorbremse und mechanische Bremse separat schaltbar

- relativ schlechte Steigfähigkeit

Ninebot G30D mit Zusatzakku:
Tagesreichweite: ca. 100km, nach oben offen, günstige Lösung aber evtl. unzuverlässig
+ sehr günstige Variante
+ kann für meinen Daily-driver umgesetzt werden

- Bastellösung rechtlich umstritten
- evtl. unzuverlässig, anfällig für Regen

(Falls jemand ein System mit einem fachlich gut verbauten Zusatzakku hast und diesen verkaufen möchte, dann gerne bei mir melden)

Ninebot G30D:
Tagesreichweite: ca. 45km, günstigste Lösung, stressig durch die geringe Akkuleistung

+ Daily-driver, daher kenne ich ihn gut und würde ihn als sehr zuverlässig betrachten. Keine Panne in über 5000km
+ Akku kann mit Schnellladegerät betrieben werden

- mindestens 1x pro Tag irgendwo vollständig nachladen
- schlechte Steigfähigkeit

Trittbrett Paul (@DauerDampfer ):
Gefällt mir ehrlichgesagt nicht wirklich. Die Akkuleistung ist nichts halbes, nichts ganzes, mit meinem Ninebot G30D komme ich da fast genauso weit.

Aktuell gefällt mir die Soflow-Lösung am besten. Was meint ihr? Wie würdet ihr euch entscheiden?
 
Ich würde den Paul nehmen mit dem größten Akku.
Mit einmal zwischenladen reicht der Akku locker für eine Tagestour.
Hat ausreichend Power und ist robust gebaut.
Hat ein großes Trittbrett, so dass du einen Teil deiner Klamotten, die du mitführst, vorne verstauen kannst.
5A Schnelllader geht auch.
Mit etwas Improvisation wäre es wahrscheinlich auch möglich, hinten Seitentaschen zu montieren.
 
Wenn es keinen Tempomat hat, würde ich es nicht in Betracht ziehen. Haben Sie ausgerechnet, wie viel Reichweite Sie mit einer Motorbremse zurückgewinnen könnten? Ich würde schätzen, dass ein Hügel auf und ab mindestens 20% betragen würde, es sollte wahrscheinlich auch ein Muss sein
 
3. Da haben wir eine grundsätzlich komplett unterschiedliche Fahrweise. Ich habe bei über 5.000 km E-Scooter und 4.000 km Mountainbike nie einen Platten, deshalb rechne ich hier auf 400 km auch mit keinem Platten.
Nochmal etwas zur Plattfußproblematik.
Was soll man dazu sagen. Ein Glückspilz? Oder, er ist ein Unplattbarer?😀

Meiner Meinung nach kannst du auch 10000 km mit einem eScooter gefahren sein, ohne das du einen Platten bekommen hast. Das sagt aber nichts darüber aus, das dass immer so sein muss. Wenn du vielleicht nur 1 Meter weitergefahren währst, dann hätte es sein können, dass du dann durchaus doch einen Plattfuß hättest bekommen können.

Eigentlich eher eine reine Glücksache. Bedenke auch, dass das Material einem Verschleiß unterliegt. Oder es durch Fertigungs-Toleranzen ungleiche Stabilität aufweisen kann, die dann einen Plattfuß begünstigen oder letztendlich verursachen können.

Ich würde bei solchen längeren Touren, wo die Gefahr einen Plattfuß zu bekommen, ja um einiges Größer sein kann als bei kürzeren, immer, vielleicht sogar am besten einen oder zwei Ersatzschläuche, mitführen.
Wenn du sie nicht brauchst, dann ist es doch gut. Und wenn du sie doch einmal brauchst, dann auch.
Eine Win-win-Strategie. Oder?

Auf jeden Fall wünsche ich dir ein gutes und unfallfreies Gelingen deiner Tour, und natürlich viel Freude.

Weitermachen...
 
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Hallo @escoot , jetzt hast du mir doch ein schlechtes Gewissen gemacht. Ich sträube mich deswegen dagegen, weil ich das bei den Tubeless-Ninebotreifen nicht von unterwegs selbst machen kann. Da brauch ich richtig Werkzeug, eigentlich sogar einen Spaten, um den verklebten Reifen von der Felge zu lösen. Hatte die Reifen mal unten, weil das Druckluftventil gewechselt werden musste.

Welcher der Scooter ist denn der wechselfreundlichste? Beim TB Paul stelle ich mir das aufgrund der speziellen Reifenbreite auch schwierig vor. Wie sieht es beim Soflow aus? Wie ich sehe hat der geteilte Felgen? Heißt das: Rad demontieren, Felge aufschrauben, Schlauch wechseln bzw. flicken? Wieder zusammenschrauben?
Wie sieht das bei der motorseitigen Felge aus? Muss ich da erst die Stromversorgung von der Steuerung lösen?
 
Hallo @escoot , jetzt hast du mir doch ein schlechtes Gewissen gemacht. Ich sträube mich deswegen dagegen, weil ich das bei den Tubeless-Ninebotreifen nicht von unterwegs selbst machen kann. Da brauch ich richtig Werkzeug, eigentlich sogar einen Spaten, um den verklebten Reifen von der Felge zu lösen. Hatte die Reifen mal unten, weil das Druckluftventil gewechselt werden musste.
Ja , das ist unterwegs ein Problem. Da könnte dir „slime“ nützlich sein.
Weiteres dazu hier: https://www.escooter-treff.de/threads/slime-reifendichtmittel-welches-brauche-ich.7967/

Deine anderen Fragen gebe ich mal an die anderen hier im Forum weiter.
 
Eine Alpenüberquerung sehe ich als eine extreme Herausforderung, dem kaum ein E-Scooter wirklich gewachsen sein wird; das auf verschiedenster Art und Weise. E-Scooter sind für starke, stetige Dauerbelastung nicht ausgelegt.
Z. B. lange Fahrten mit Steigungen ab ca. 15 %, oder auch Bergabfahrten mit andauernder Motorbremse, erhitzen den Motor (evtl. auch Steuergerät) teils extremst, sodass er Schaden nehmen könnte.
Daher sollte unbedingt eine vorherige längere Testfahrt erfolgen. Aber schon die Wahl des richtigen Rollers wird nicht einfach sein.
 
Ich habe mir bei meiner dieses Jahr wohl letzten großen Ausfahrt am Montag, bei herzlichen 22 Grad und und schönstem Sonnenschein 😌, auch noch ein paar Gedanken gemacht. Neben den möglichen von @Buxi angesprochenen Problemen, glaube ich du (wir) überschätzen die Reichweite an andauernden stärkeren/starken Steigungen bei andauernd hoher bis maximaler Stromaufnahme.
Ich hatte meinen Paul Tags zuvor voll geladen. Die ersten ca.6km bestanden in folgender Reihenfolge aus: 1km Ebene bzw. unwesentliche Steigungen, 2,5km um die 10%, 2,5km 15% bis teils 20%. An der Spitze abgekommen habe ich direkt mal den Akkustand in der App gecheckt: 75% 😮. Hätte ich ihn in der Art weiter mit Steigungen um die 10% - 15% und mehr durchgängig belasten können wäre wahrscheinlich nach ca. 25km Schluss gewesen. Wie gesagt, waren es an den Tag „nur“ herbstliche ca.22 Grad, die ein dünnes Stoffjäckchen erfordert haben. Bei sommerlichen 25-30 Grad wären es dann wohl ca. 30km und mit dem 19AH Paul mit Glück 40km geworden.
Ich möchte mal eure und meine Inputs zusammenfassen und vielleicht jemandem noch helfen, der ein ähnliches Vorhaben hat. Ich gehe davon aus, dass das Nachladen am Campingplatz generell möglich ist.
Mein Entschluss steht fest, ich werde die Tour nächstes Jahr antreten und habe dafür folgende Optionen:

Soflow SO4 Gen2 mit 2x Wechselakku (@fireball_mh ):
Tagesreichweite: ca. 86 km, teuerste, aber entspannteste Variante.
+ Akku für den ganzen Tag ohne Zwischenladen
+ Akkus können auch mal einzeln entnommen werden und somit einfacher in einem Restaurant im Rucksack geladen werden, oder im Hotel auf dem Hotelzimmer.
+ beste Steigfähigkeit

- den Scooter kann ich nach der Tour wieder gebraucht verkaufen, aber was mache ich mit den Wechselakkus?
- hohes Zusatzgewicht durch Zusatzakkus
- Getriebe relativ laut
- keine Rekuperation möglich

Wizzard 2.5 Plus (@Brunkenbold , @escooter_berlin ):
Tagesreichweite: ca. 76 km, teuer, aber relativ entspannteste Variante.
+ Akku reicht fast für einen Tag
+ Akku kann mit Schnellladegerät betrieben werden
+ sehr robust, somit wenig Anstrengung für den Körper
+ Motorbremse und mechanische Bremse separat schaltbar

- relativ schlechte Steigfähigkeit

Ninebot G30D mit Zusatzakku:
Tagesreichweite: ca. 100km, nach oben offen, günstige Lösung aber evtl. unzuverlässig
+ sehr günstige Variante
+ kann für meinen Daily-driver umgesetzt werden

- Bastellösung rechtlich umstritten
- evtl. unzuverlässig, anfällig für Regen

(Falls jemand ein System mit einem fachlich gut verbauten Zusatzakku hast und diesen verkaufen möchte, dann gerne bei mir melden)

Ninebot G30D:
Tagesreichweite: ca. 45km, günstigste Lösung, stressig durch die geringe Akkuleistung

+ Daily-driver, daher kenne ich ihn gut und würde ihn als sehr zuverlässig betrachten. Keine Panne in über 5000km
+ Akku kann mit Schnellladegerät betrieben werden

- mindestens 1x pro Tag irgendwo vollständig nachladen
- schlechte Steigfähigkeit

Trittbrett Paul (@DauerDampfer ):
Gefällt mir ehrlichgesagt nicht wirklich. Die Akkuleistung ist nichts halbes, nichts ganzes, mit meinem Ninebot G30D komme ich da fast genauso weit.

Aktuell gefällt mir die Soflow-Lösung am besten. Was meint ihr? Wie würdet ihr euch entscheiden?
In der Aufstellung gehst du von Alltagsreichweiten aus. Ich denke, ohne jemals in den Alpen gewesen zu sein, dass kann man mit einen Alpenaufstieg nicht vergleichen. Im nicht-Alpen-Alltag folgen selbst auf sehr lange Steigungen Ebenen und Gefälle, in denen sich der Akku erholen kann bzw. rekurperierend geladen wird. Beim Alpenaufstieg stelle ich mir vor, dass es erstmal laaange laaange laaange nur bergauf geht. Da wären laaange laaange laaange keine Erholungsfasen für den Akku - verbessert mich wenn ich falsch liege.

Zu deinem Modelvergleich:

G30D / Wizzard :
Was willst du in einer der steigungsreichsten Gegenden mit einem Scooter mit schlechter Steigfähigkeit? Klar, sie gefallen dir oder die Lösung ist Kostengünstig, aber was bringt es dir wenn sie einfach nicht für die Anforderungen ausgelegt sind? Ich bin beide nie gefahren und möchte dir auch nix aufquatschten. Mich persönlich würden Beide, mit ihren 600W bzw. 700W Peak-Leistung und den Erfahrungen die ich hier aus dem Forum gezogen habe, für dieses Vorhaben nicht überzeugen.
 
Nah! Bitte nicht den Wizzard schlechtreden. Klar, er ist keine Bergziege, die Adria werde ich damit aber sicherlich erreichen. Siehe https://www.escooter-treff.de/threads/the-viva-italia-tour-2023-kw30-oder-31-2023.10190/. Man muss ja nicht jeden Pass, nur weil es der Kürzeste ist, hochbrettern. Mit umsichtiger Planung sind Steigungen jenseits von 10 % sicher vermeidbar. Alles drunter zieht der Wizzard weg, solange die Straße gut ist.
 
@Hentai Kamen
Ich will, um Gottes Willen (auch als Ungläubiger), nichts schlecht reden und lasse mich gern verbessern. Bei dem Wort „Alpen“ stellt man sich nunmal ordentliche Berge vor. Mit einem groben Streckenprofil oder Angabe was an maximaler Steigung zu bewältigen wäre, könnte man such besser etwas darunter vorstellen.
 
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