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Austausch der Grundplatte wegen Bruch

stevie-1

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Hallo liebes Forum,
am Wochenende stand eine kleine Reparatur für den CitiyBlitz ins Haus. Aufgrund vermutlich etwas raueren Fahreweise meines Sohnes inklusive Boardsteinkante bei Höchstgeschwindigkeit ist die Grundplatte kurz hinter der Aufnahme des Lenkkopfes stark durchgebogen und unten gebrochen. Da mein Sohn gerade mal 60 kg wiegt, ist die Ursache eindeutig auf die unsachgemäße Behandlung zurück zu führen. Aber da ich im Netz den einen oder anderen Bericht gesehen habe, bei denen von ähnlichen Problemen berichtet wird, habe ich mal eine kurze Reparaturanleitung erstellt. Im Prinzip ist der Austausch der Grundplatte nicht schwer und ein Ersatzteil ist verfügbar.
Auf der Seite von sb-electronics ist das Ersatzteil aufgeführt und kann für ziemlich genau 50 Euro dort bestellt werden. Die Lieferung hat etwas länger gedauert und das Teil war nach knapp 4 Wochen bei mir. Allerdings wird die Grundplatte ohne Anti-Rutsch Belag geliefert, Hier gibt es aber Material aus dem Skateboardbedarf auf den bekannten Plattformen.

Um die Grundplatte zu tauschen, muß der Lenkkopf demontiert werden. Dazu zunächst die beiden Kunststoffabdeckung unter dem Lenkkopf mit den 12 Schräubchen entnehmen und das Platikteile entnehmen. Dort hat man Zugang zu den Steckeverbindungen die mann alle lösen muss. Dann die beiden Bolten die rechts und links jeweils einen Imbus haben und die 4 Imbusschrauben von unten lösen. Bevor man aber den gesamten Lenkkopf mit Lenker etc abnehmen kann muss noch der Bowdenzug der Rüclbremse gelöst werden und durch den Rahmen gezogen werden. Ebenso habe ich das Kabel zum Rücklicht gelöst, in dem ich die hintere Radabdeckung abgeschraubt habe (dazu die 3 Gummistopfen mit eine Schraubenzieher raus hebeln) Das Rücklich ausschrauben und da Kabel abziehen (Ist nur gesteckt). Das Kabel dann ebenfalls durch den Rahmen nach vorne ziehen. Dann kann der Leknkopf zur Seite gelegt werden. Jetzt das Hinterrad ausbauen und den Bremssattel ausbauen.(Jeweils 2 Schrauben). Vorher die beiden Kunstoff Seitenteile am Hinterrad abbauen. Wichtig: Bevor man an die Schrauben kommt, muss man den alten Antirutsch Schutz abziehen, da sie die Schrauben darunter befinden. Zum Schlußß noch die Batterie Box abschrauben und schon liegt die Grundplatte vor einem. Jetzt noch den Seitenständer abschrauben. was mit 2 Schrauben schnell erledigt ist, wenn die Schraubenköpfe halten.

Der Zusammebau findet dann in umgekehrter Reihefolge statt und ich spare mir das zu beschreiben. Ganz zum Schlußß habe ich dann die Antirutschmatte aus Rollenmaterial zugeschnitten und auf die Oberseite geklebt.

Was mit aufgefallen ist: Die Qualität der orginal Schrauben ist, gelinde gesagt, bescheiden. Die Imbusköpfe sind sehr weich und drehen schnell aus (und ich habe vernünftiges Werkzeug). Ich habe einige Schrauben ausgebohrt und ersetzt. In dem Ersatzteil waren die Gewinde sehr schlecht und mit dem schwarzen Powder Coat zugesetzt, so das die Schrauben nicht eingeschraubt werden konnten. Die Gewinde habe ich daher vorher nachgeschnitten. Alle Gewinde sind Metrisch, die meisten waren M5. Ebenso ist bei der original Grundplatte die Seriennummer eingelasert, die fehlt natürlich bei dem Ersatzteil. Im Prinzip ist die Seriennummer ja der Eigentumsnachweis und es könnte theoretisch bei einer Kontrolle zu einem Problem werden.
Die alte Grundplatte ist nicht im Material gebrochen, sondern an den Schweißnäthen gerissen. Die Schweißnähte scheinen dabei nicht wirklich gut durchgeschweisst gewesen zu sein, was aus meiner Sicht zu dem Problem führt. Die konstruktive Auslegung ist eigentlich nicht schlecht und hält den Belastungen stand. (Ich habe dazu mal Bilder von der dfefekten Platte angehängt.

Grundsätzlich kann ich aber jedem die Angst nehmen diese Arbeit zu machen, wenn man über etwas Geschick verfügt. Ein paar Stunde genüssliches Schruaben und der Roller läuft wieder wie am ersten Tag.

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Flying Dutchman

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Auch wenn ich keinen CB Scooter besitze, deine Beschreibung ist echt toll und eine Bereicherung für das Forum. Auch diesen Bericht zur Lenker Querstange fand ich gut. Ein Link zu sb-Electronics wäre noch gut in deinem Post.
VG (y)
 

stevie-1

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Flying Dutchman

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Gary

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Top Beitrag! (y)
Die alte Grundplatte ist nicht im Material gebrochen, sondern an den Schweißnäthen gerissen. Die Schweißnähte scheinen dabei nicht wirklich gut durchgeschweisst gewesen zu sein, was aus meiner Sicht zu dem Problem führt.
Alte Metaller-Regel: Metallkonstruktionen dürfen überall brechen - aber niemals an der Schweißnaht.
Das ist ganz klar ein Verarbeitungsmangel.
 
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kamy

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Ohne die eingelaserte FIN/VIN und das Typenschild bist du nicht mehr legal in Deutschland unterwegs.

Nichtsdestotrotz ist dein Bericht bestens.
 

Parker

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Wäre das legal, wenn man sich die FIN in das Ersatzteil Lasern lassen würde? 🤔
 

Flying Dutchman

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Könnte evtl. unter Urkundenfälschung o.ä. laufen. Würde ich nicht machen.
 

Parker

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Uih. Also hat man (auf legalem Weg) keine Chance, dieses Teil zu tauschen und es wäre ein Totalschaden?
 

kamy

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Dann bleibt nur passendes Teil beim Hersteller ordern mit Nummer und Typenschild .
 

Gary

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ESA 1919 Turbo
Oder einfach das entsprechende Piece aus dem alten Rahmen rausflexen und auf den neuen draufpinnen.
Ist zwar auch nicht legal, aber von allen Möglichkeiten noch das "Legalste", da hat man zumindest eine Argumentationsgrundlage.
Tja, Deutschland und seine Überregulierungen...
 

g_lobi

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Oder einfach das entsprechende Piece aus dem alten Rahmen rausflexen und auf den neuen draufpinnen.

Was sagt die eKFV?

§ 2 Anforderungen an das Inbetriebsetzen
(1) Ein Elektrokleinstfahrzeug darf auf öffentlichen Straßen nur in Betrieb gesetzt werden, wenn
[...]
3. es entsprechend § 59 Absatz 1 Satz 1, Absatz 1a erster Halbsatz, Absatz 1b oder 2 der Straßenverkehrs-
Zulassungs-Ordnung mit einer Fahrzeug-Identifizierungsnummer sowie einem Fabrikschild mit folgenden
Maßgaben gekennzeichnet ist:
a) als Fahrzeugtyp muss auf dem Fabrikschild „Elektrokleinstfahrzeug“ angegeben sein,
b) anstelle der in § 59 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 und 6 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung
genannten Angaben muss auf dem Fabrikschild die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit und die
Genehmigungsnummer der Allgemeinen Betriebserlaubnis oder der Einzelbetriebserlaubnis für das
Fahrzeug angegeben sein,

Da steht zwar nicht, dass das Schild Original sein muss, aber das ergibt sich aus dem Gesamtkontext. Die Bodenplatte dürfte durchaus als sicherheitsrelevantes Bauteil gelten. Ziemlich blöde Sache, wenn sozusagen "nur" der Träger vom Fabrikschild ersetzt werden muss.
 

stevie-1

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Vieleicht noch einen Hinweis: Beim Zusammenbau der Radabdeckung ist darauf zu achten das das Rücklich mit der richtigen Polarität verkabelt wird. Da es sich um eine LED handelt muss Plus- und Minuspol richtig herum angeschlossen sein, sonst geht es nicht. Wer das vergisst, bzw. nicht testet der baut die Radabdeckung im Zweifel noch mal ab.
Als Eigentumsnachweis werde ich die alte Grundplatte aufbewahren. Das ist sicher auch nicht 100% aber dann bleit die Story schlüssig. Ich hatte schon überlegt ob ich die Seriennummer mit Schlagzahlen in die Grundplatte schlage. Aber das ist genauso legal wie das alte Teil rausschneiden und einschweissen.. Ich sehe das jetzt mal entspannt. Ich habe ja auch die Rechnung für die Bodeplatte.
 
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