Bewiesen: E-Scooter Mitnahmeverbot im ÖPNV vom VDV übertrieben!

Die Diskussion um E-Scooter in Bus und Bahn kocht wieder hoch. Während der VDV vor brennenden Akkus warnt und ein Mitnahmeverbot empfiehlt, legt der ADAC aktuelle Testergebnisse vor, die ein anderes Bild zeichnen. Die Brandgefahr erweist sich als sehr gering, das Verbot wirkt wie eine überzogene Maßnahme ohne solide Datenbasis.

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Foto: Redaktion, mithilfe von KI generiert

Warum hat der VDV ein Mitnahmeverbot im ÖPNV vorgeschlagen?​


Im Frühjahr 2023 schlug der VDV Alarm. E-Scooter sollten nicht mehr in Busse oder Bahnen. Zur Begründung verwies der Verband auf unzureichende Sicherheitsstandards der Scooter-Akkus und ein erhöhtes Brand- und Explosionsrisiko mit der Entwicklung giftiger Rauchgase. Auslöser dieser Sorge waren Vorfälle im Ausland. Der VDV malte den Teufel an die Wand und verkündete: "Was dort passiert ist, kann auch bei uns jederzeit passieren", weshalb man die Mitnahme von E-Tretrollern vorsorglich untersagen solle. Viele Verkehrsbetriebe folgten prompt. Bereits 2024 führten zahlreiche Städte wie München, Bonn oder Dortmund solche Verbote ein. E-Bikes und Elektrorollstühle blieben jedoch weiterhin erlaubt, was erste Zweifel am Gleichbehandlungsgrundsatz aufkommen ließ. Der VDV arbeitet im Rahmen seines New-Mobility-Forums mit zahlreichen Sharing-Anbietern zusammen, was den Verdacht nährt, dass das Mitnahmeverbot vor allem deren Geschäftsmodell schützt und private E-Scooter-Besitzer gezielt benachteiligt.

Wie groß ist die Brandgefahr von E-Scootern im ÖPNV wirklich?​


Nach dem VDV-Szenario könnte man meinen, jeder E-Scooter sei ein tickendes Feuerwerk auf Rädern. Doch wie realistisch ist dieses Schreckensbild? Experten geben Entwarnung. Die in Deutschland zugelassenen E-Scooter verfügen über ein hohes Sicherheits- und Brandschutzniveau, vergleichbar mit E-Bikes, so der TÜV-Verband. Bevor ein E-Scooter hierzulande überhaupt auf die Straße darf, muss sein Akku unabhängige Labortests bestehen.

Die Panikmache scheint also überzogen. Der ADAC untermauert das mit handfesten Daten. In einem aktuellen Stresstest bescheinigte der Club allen getesteten Scootern ein sehr hohes Sicherheitsniveau, gravierende Akku-Probleme traten nicht auf. Die Brandgefahr ist äußerst gering, lautet das Fazit der Tester. Von spontaner Selbstentzündung keine Spur. Deutsche E-Scooter-Akkus haben sich als bemerkenswert robust erwiesen.

Warum hält der ADAC das Mitnahmeverbot für unverhältnismäßig?​


Der ADAC ließ es sich nicht nehmen, den VDV-Zweifeln einen Faktencheck entgegenzusetzen. Sechs E-Scooter-Akkus unterschiedlichster Modelle, vom Billiggerät bis zum Premium-Modell, wurden im Labor gequält. Rüttelei auf dem Prüfstand, eisige Kälte, Platzregen und sogar eine absichtlich manipulierte Ladeelektronik. Das Ergebnis? Nicht einmal der Hauch einer Rauchwolke. Keine Verformungen, keine Brände, keinerlei Auffälligkeiten. Alle Scooter überstanden die Tortur mit intakten Batteriepacks.

Damit widerlegt der ADAC die Horrorvision des VDV eindrucksvoll. Unter diesen Umständen erscheint das mancherorts verhängte E-Scooter-Verbot im Nahverkehr tatsächlich völlig unverhältnismäßig. Anstatt pauschal ein nützliches Verkehrsmittel auszusperren, fordert der ADAC, die Fakten anzuerkennen und das Verbot kritisch zu überprüfen. Immerhin nutzen viele Pendler ihren E-Tretroller für die letzte Meile zum Bahnhof. Sie werden ohne echten Grund ausgebremst.

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Foto: Redaktion, mithilfe von KI generiert

Befunde des ADAC-Stresstests:​


Kein einziger Akkubrand oder Schaden in den Tests. Keiner der sechs E-Scooter zeigte Überhitzung, Verformung oder Feuererscheinungen.
  • Hohes Sicherheitsniveau bei allen Modellen: Selbst günstige No-Name-Roller erwiesen sich als überraschend robust.
  • Eine geplante Aktualisierung der Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge soll E-Scooter künftig denselben Sicherheitsstandards unterwerfen wie Pedelecs (E-Bikes).
  • Die Brandgefahr besteht vor allem beim unsachgemäßen Laden der Batterie, nicht beim Transport.

Sollte man dann konsequenterweise auch Smartphones und Laptops im ÖPNV verbieten?​


Angesichts der Fakten drängt sich die Frage auf, wenn E-Scooter wegen Lithium-Akkus verbannt werden, was ist dann mit unseren Smartphones, Laptops oder E-Bikes? Diese Geräte begleiten uns täglich im ÖPNV und niemand käme auf die Idee, sie auszusperren. Tatsächlich stehen E-Scooter-Akkus denen von E-Bikes in nichts nach. Doch während der klappbare Tretroller am Bahnsteig stehen bleiben soll, darf das E-Bike problemlos mitfahren. Hier zeigt sich die Absurdität des pauschalen Verbots. Fast eine Million E-Scooter sind mittlerweile in Deutschland versichert, die meisten privat genutzt als umweltfreundliche Ergänzung zum ÖPNV. Wo bleiben die Meldungen über brennende Roller en masse?

Richtig, sie bleiben aus. Stattdessen befördern Busse tagtäglich zahllose Akkugeräte ohne Vorfälle. Das VDV-Mitnahmeverbot schießt also deutlich übers Ziel hinaus. Man könnte fragen, wann fordert der VDV folgerichtig das Verbot von Handy und Laptop im Zugabteil? Schließlich enthalten auch sie Lithium-Ionen-Batterien. Eine wirklich konsequente Linie würde die Debatte jedoch in ein anderes Licht rücken.

Welche Maßnahmen könnten eine noch sichere E-Scooter-Mitnahme im ÖPNV gewährleisten?​


Statt in Panik zu verfallen, lohnt ein pragmatischer Blick auf Lösungen für mehr Sicherheit. Der ADAC betont, dass man das verbleibende Restrisiko mit einfachen Mitteln noch weiter verringern kann. Erstens, E-Scooter-Akkus nicht im Fahrzeug laden! Die größte Gefahr eines Akkubrands besteht beim Ladevorgang. Wer seinen Rollerakku zu Hause auflädt und nicht erst in der Bahn, eliminiert dieses Risiko quasi vollständig.

Zweitens, Akku-Schutzbehälter verwenden. Für den Transport gibt es spezielle feuerfeste Taschen oder Boxen, die im unwahrscheinlichen Fall eines Feuers die Ausbreitung verzögern können. Solche Vorkehrungen sorgen für wertvolle Minuten, in denen Fahrgäste sich in Sicherheit bringen könnten, auch wenn ein Akku tatsächlich einmal hochgehen sollte.

Drittens, Technik aufrüsten. Die angekündigte Überarbeitung der gesetzlichen Vorschriften wird dafür sorgen, dass neue E-Scooter-Modelle noch sicherer werden und den gleichen Normen genügen müssen wie bewährte E-Bike-Akkus. Mit moderneren Batteriezellen, Temperaturüberwachung und strengen Prüfstandards sinkt die Brandwahrscheinlichkeit weiter gen Null. Der TÜV hat signalisiert, mit Verkehrsunternehmen in Dialog zu treten, um sinnvolle Brandschutzkonzepte für E-Scooter im ÖPNV zu entwickeln.

Die Devise lautet also nicht Verbieten, sondern Absichern. Mit gesundem Menschenverstand und technischem Fortschritt lassen sich E-Scooter sicher in Bus und Bahn integrieren, anstatt sie auszuschließen.

Fazit zur Unverhältnismäßigkeit des E-Scooter-Verbots im ÖPNV​


Das pauschale E-Scooter-Mitnahmeverbot des VDV erweist sich im Lichte der Fakten als überzogene Vorsichtsmaßnahme ohne belastbare Grundlage. Weder statistisch noch technisch lässt sich ein nennenswertes Risiko belegen. Im Gegenteil, unabhängige Prüfungen bestätigen die hohe Sicherheit der Rollerakkus. Natürlich hat Sicherheit oberste Priorität, doch hier wurde mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Anstatt neue Mobilitätsangebote hysterisch auszubremsen, sollten Verkehrsunternehmen und Verbände lieber auf Prüfung und Prävention setzen. Deutschlands E-Scooter sind nicht die Brandstifter, als die man sie abgestempelt hat und verdienen eine zweite Chance auf Bus- und Bahn-Mitfahrt.

Weiterführende Links​


Diskussionsthema im Forum: https://www.escooter-treff.de/threads/adac-mitnahmeverbot-im-Öpnv-vom-vdv-unverhältnismäßig.25636/
 
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