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Erfahrungsbericht Egret Ten V4 48V mit FW 9.3

fireball_mh

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Nachdem ich in letzte Zeit öfter mal wieder mit dem Flaggschiff aus dem Hause Walberg, dem Egret Ten V4 48V gefahren bin, hier mal ein kleiner Erfahrungsbericht und Vergleich zum Wizzard.

Der bürstenlose 500W-Hinterradmotor im Egret Ten ist relativ stark (Peakleistung: 800W) und ermöglicht eine überdurchschnittlich gute Beschleunigung auf knapp 21-22 km/h. Wie viel Potential der Motor hat, merkt man erst, wenn man die Geschwindigkeitsbeschränkung aufhebt: zwischen 20 und 30 km/h beschleunigt der Ten immer noch deutlich stärker als viele andere E-Scooter bei 10-15 km/h! Dieser Durchzug ist gefühlt stärker als bei allen anderen meiner 500W-Scooter (vielleicht mit Ausnahme vom SO4 Pro).
Mit seinen maximal 24 Nm ist der Ten aber kein "Bergsteiger" - er schafft Steigungen bis etwa 15% ohne allzu große Probleme, bricht darüber hinaus aber relativ schnell ein. Damit ist er einen Tick stärker als der "Kämpfer" Skotero Force mit verbessertem Controller und einen ebensolchen Tick schwächer als der Wizzard. Alles aber absolut ausreichend - 15% Steigfähigkeit in Verbindung mit 21-22 km/h sind mir mittlerweile sogar lieber als 20+% Steigfähigkeit bei nur 18-19 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Die Motorcharakterisitk des Ten ist, ähnlich wie beim Wizzard, auf größtmögliche Höchstgeschwindigkeit ausgelegt, was ihn schnell und agil wirken, bei geringen Geschwindigkeiten aber schwächeln lässt - der Ten ist also eher "Hochdrehzahlsportwagen" als Diesel-Wuchtbrumme, demzufolge tut er sich bei "machbaren" Steigungen von endlicher Länge mit einigem Anlauf deutlich leichter (mit dem Driveman kann man dagegen auch ohne weiteres mitten am Berg anfahren).
Die Federung allein durch die schmalen, widerstandsarmen 10"-Luftreifen ist erstaunlich gut - man kann damit problemlos über Feldwege, (leichten) Schotter oder durch den Wald fahren. Natürlich reicht der Fahrkomfort trotzdem nicht an einen vollgefederten E-Scooter wie den Wizzard heran.
Der 11.6 Ah-Akku reicht bei mir für 28-30+ km, wobei ich bekanntermaßen nicht immer nur im Flachland unterwegs bin und meinen Scootern oft extrem viel abverlange. Bei demselben Fahrprofil erreiche ich mit einem 36V/10.5 Ah-Akku 18-20 km und mit den 26 Ah beim Wizzard rechnerisch immer zwischen 65 und 75 km. Interessant auch: wenn man die Soflow-Reichweite von 23 km bei 7.8 Ah auf die Akkugröße des Wizzard umrechnet, kommt man für den SO4 Pro ebenfalls (theoretisch) auf 76-77 km.
Die hydraulischen Bremsen des Serientestsiegers Egret Ten sind über jeden Zweifel erhaben und - im Gegensatz zu denjenigen im Wizzard - in allen Geschwindigkeitsbereichen hervorragend zu dosieren.
Der Ten wirkt leicht, handlich und super agil und nicht annähernd so "voluminös" wie der Wizzard oder gar ein Skotero Extreme oder IO Hawk Legend. Entsprechend ist er auch deutlich leichter zu transportieren.
Die Verarbeitung ist absolut top, das Zeigefingergas angenehm und gut zu dosieren, auch wenn das Display etwas "altmodisch" wirkt.
Dass der Ten immer in Stufe 1 von 5 startet ist verschmerzbar (das machen andere E-Scooer, wie z.B. der Prophete 10", auch) - man muss dann einfach immer vor Fahrtantritt einmalig in die 5. Geschwindigkeitsstufe wechseln.
Über das separate Aufsteck(front)licht kann man in Anbetracht des sehr hohen Kaufpreises ebenfalls streiten.

Insgesamt ist der Ten aber ein Top-Scooter mit ganz wenig Schwächen, dem noch etwas mehr Power am Berg und ein größerer Akku gut tun würden.
 
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Nordrocco

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Danke für den Bericht. Wie hast Du denn die Geschwindigkeitsbegrenzung beim Ten aufgehoben, über einen anderen Gasgriff oder über das Tuningmodul? Da der Scooter eine USB-Ladebuchse hat, habe ich mir einfach eine zweite Lampe montiert und dort angeschlossen. Wichtig nur, dass die Lampe auch funktioniert, während sie geladen wird.
 

fireball_mh

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Über das lohnenswerte ScooterBoost-Tuningmodul. Damit rennt der Ten ca. 35 km/h und - was fast noch wichtiger ist - beschleunigt immer mit den vollen 800W (bzw. der maximal zur Verfügung stehenden Leistung). Mit einem anderen Gasgriff wäre auch kein An- und Abschalten der 30+ km/h-Option möglich.
Letztes Jahr wurde ja mit der Firmware 9.3 (für Kaufinteressierte: diese wird beim Einschalten kurz auf dem Display angezeigt, was wichtig zu wissen ist, da aufgrund des extrem hohen Kaufpreises auch immer noch "Ladenhüter" aus 2019 verkauft werden) das ärgerliche Leistungsproblem des Ten behoben. Bis dahin hatte der Motor ja zwecks Reichweitenmaximierung ab 12/13 km/h und bei abnehmendem Akkustand nur noch 500W abgerufen. Beide, die Kunden ziemlich verärgernden Probleme wurden mit dem Firmware-Update erfolgreich behoben, allerdings glaube ich, dass trotzdem immer noch eine gewollte, wenn auch deutlich geringere Leistungsreduktion stattfindet, da sich die vom Hersteller angegebene Reichweite nicht annähernd in gleichem Maße verringert hat, wie sie dies mit den vorgenommenen Leistungsmodifikationen hätte tun müssen und man mit dem Tuning-Modul noch etwas mehr Power spürt (das Modul selbst kannn dabei natürlich keine Mehrleistung generieren, sondern nur eventuelle Drosselungen aufheben). Dies legt im Übrigen auch die relativ sanfte Abregelung bei 21-22 km/h nahe - ich denke, dass die Leistung irgendwo bei/kurz vor 20 km/h entsprechend runtergeregelt wird. Ich vermute, dass das Tuningmodul relativ simpel funktioniert und dem Controller einfach immer eine maximale Geschwindigkeit von bspw. 10 km/h vorgaukelt - damit würde genau der gewünschte und auch beobachtete Effekt erzeugt werden.
Auf die Nutzung des USB-Anschlusses habe ich bewusst verzichtet, da die Reichweite für mich schon arg grenzwertig ist und ich diese nicht weiter verringern möchte. Für den Ottonormalverbraucher reichen die gut 30 km aber eigentlich völlig aus - dann bietet sich diese Lösung natürlich an.
 
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