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eScooter Kaufberatung

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Dako

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eScooter
ePF-1 & Xiaomi Mi Pro2
Zuerst einmal möchten wir unseren Glückwunsch aussprechen, zum einen dafür, dass Du Dir einen eScooter kaufen möchtest, zum anderen aber auch dafür, dass du diese Kaufberatung in Anspruch nimmst. Leider hast Du die Qual der Wahl, da die Auswahl der hierzulande angebotenen Elektrokleinstfahrzeugen immens ist und ständig neue Modelle auf den Markt kommen. Daher nimm Dir einen Augenblick, diese Beratung zu lesen und überlege Dir, wozu Du den Roller brauchst. Dann schlaf eine Nacht drüber (oder auch zwei oder drei), und triff dann in Ruhe Deine Entscheidung.

Die Mobilität spielt im Alltag vieler Menschen eine ganz besondere Rolle. Damit es gelingt, die Flexibilität dabei zu perfektionieren, kommen neue Fortbewegungsmittel auf den Markt. Ein besonders praktisches Exemplar ist der eScooter. Der Sinn war es, die „Letzte Meile“ mit dem E-Scooter zu fahren und dadurch das Auto aus den Städten zu verbannen. Mittlerweile prägen E-Scooter das Stadtbild in Großstädten. Doch eScooter ist nicht gleich eScooter. Du solltest die Vor- und Nachteile der verschiedenen Eigenschaften kennen, bevor Du eine endgültige Kaufentscheidung triffst. Der folgende Ratgeber gibt Dir alle Antworten auf die wichtigen Fragen rund um das Thema eScooter.

Dein eScooter sollte über eine Straßenzulassung verfügen
Es gibt ein paar wichtige Punkte, die der Gesetzgeber festgelegt hat, damit man legal auf Deutschlands Straßen bzw. Radwegen fahren darf.
  • E-Scooter dürfen nicht schneller als 20km/h fahren
  • Die Dauerleistung ist auf maximal 500Watt begrenzt
  • Es besteht eine Versicherungspflicht
  • Mindestalter 14 Jahre
  • Klingel
  • Zwei voneinander unabhängige Bremsen
  • Lichter und Reflektoren
Bei der Auswahl eines eScooters sollte dieser unbedingt über eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) nach § 20 StVZO verfügen, damit Du auf Deutschland’s Straßen fahren darfst. In der Regel wird in der Beschreibung des Geräts explizit darauf vermerkt. Bist Du Dir anhand der Herstellerangaben unsicher, prüfe an dem eScooter Deiner Wahl, ob er ein Typenschild besitzt. Hier ist die Fahrzeugart "Elektrokleinstfahrzeug" und die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) eingestanzt.

Alle eScooter mit Straßenzulassung verfügen über eine Datenbestätigung, die sich üblicherweise im Karton befindet. Die Datenbestätigung ist erforderlich um beim Versicherungsanbieter das Kennzeichen zu erhalten.

Welcher E-Scooter Fahrer-Typ bin ich?
Jene, die sich mit dem Gedanken befassen, sollten sich grundsätzlich folgende Fragen stellen:
  • Wo fahre ich mit dem eScooter
  • Muss der Scooter leicht transportabel sein
  • Gibt es beim Transport ggf. Platzprobleme (Stichwort Kofferraum)
  • Lege ich Wert auf Fahrkomfort
  • Fahre ich oft über hohe Steigungen
  • Fahre ich über lange Strecken
  • Passt der Scooter zu meinem Gewicht
  • Was bin ich bereit auszugeben
Die Preise für eScooter starten bei etwa 200.-€ und enden jenseits der 2000.-€. Man kann die eScooter grob in drei Preissegmente einteilen:

bis 550.-€ -> unteres Preissegment
550.- € bis 1000.-€ -> mittleres Preissegment
Über 1000.-€ > oberes Preissegment

Es ist also möglich, richtig viel Geld auf der Ladentheke lassen, wenn man nur nach dem Preis kauft. Schauen wir uns mal einige Leistungs- und Ausstattungsmerkmale und deren Vor- bzw Nachteile an.

Räder: Luftreifen, Honeycombs oder Vollgummi
Hier kann man grundsätzlich sagen, je größer die Räder desto mehr Komfort.

Im unteren Preissegment geht es bei 6,5 Zoll Raddurchmesser los. Besser ausgestattete E-Scooter haben 8 Zoll Räder. Um den Preis niedrig zu halten, werden Vollgummi- , sogenannte Honeycomb-Räder oder auch Vollgummiräder mit Luftkammern verwendet.

Der Hartgummireifen ist günstiger und im Gegensatz zum Luftreifen kann er nicht platzen, wodurch eine längere Haltbarkeit gegeben ist. Der große Nachteil ist sein geringerer Fahrkomfort gegenüber den federnden Luftreifen. Die Reifen mit Schlauch besitzen eine deutlich höhere Traktion und lassen sich gerade auf unebenem Grund leichter lenken. Der Hartgummireifen würde hingegen die gesamte Vibration über die Lenkerstange übertragen, wenn am eScooter keine Federung verbaut sein sollte. Neben dem Hartgummi- und dem Luftreifen existiert der Honeycomb. Dieser Reifen aus Hartgummi ist mit Luftpolstern ausgestattet, wodurch eine Art der Federung erreicht wird und dennoch ein stabiler Reifen zur Verfügung steht. Ein guter Kompromiss für alle, die nicht mit Luftreifen unterwegs sein möchten.

Der wohl größte Vorteil der Vollgummiräder und Honeycombs ist derer, dass man sich keinen Plattfuß einfängt. Allerdings hat man durch das harte Gummi nur einen eingeschränkten Fahrkomfort.

Im mittleren Preissegment haben wir 8,5 bis 10 Zoll Räder. Hier sind neben Honeycombs auch Luftreifen mit oder ohne Schlauch zu finden, die den Fahrkomfort nicht unerheblich verbessern. Besagter Vorteil der Vollgummiräder ist hier leider ein Nachteil. Ein Plattfuß ist nicht auszuschließen. Man sollte also handwerkliche Fähigkeiten haben oder eine Werkstatt in der Nähe, die einem helfen kann. Außerdem sollte bei Luftreifen regelmäßig der Luftdruck geprüft werden. Größere als 10 Zoll Räder findet man aktuell nur im oberen Preissegment.

Es gibt eScooter, die besonders viel Wert auf Komfort legen und somit Stoßdämpfer und Federbeine verbaut haben. Auch eine doppelte Federung hinten und vorne ist auf dem Markt erhältlich, wodurch Du in Sachen Fahrkomfort sehr vieles erreichen kannst. Eine Kombination aus Honeycomb-Reifen und Federung ist ebenso überlegenswert.

Ganz neu auf dem Markt sind Reifen mit Schaumstofffüllung. Diese versprechen pannensicheres Fahren mit ähnlicher Abfederung wie Luftreifen.

Noch ein Wort zu denen, die mit dem E-Scooter über Stock und Stein springen wollen: Die aktuelle E-Scooter-Palette ist nur bedingt tauglich, um seinen oder ihren „Off-Road“ Fantasien zu frönen. Die Gefahr, dass sich das Klappgelenk verabschiedet ist recht hoch. Es sei also Vorsicht geboten. Auf der Straße ist das aber unbedenklich.

Akku und Reichweite
In der Regel werden Lithium-Ionen-Akkus verwendet. Die Kapazität wird in mAh (Milliampere-Stunden) oder Wh (Wattstunden) angegeben. Einfach gesagt, je größer die Kapazität desto größer die Reichweite, ABER auch desto schwerer ist der Akku und somit auch der E-Scooter.

Die von den Herstellern angegebene Reichweite ist ähnlich dem Spritverbrauch eines Autos unter Idealbedingungen ermittelt worden. Die Praxis hat gezeigt, dass eine Person mit normalem Körpergewicht 20 – 30% der offiziellen Reichweite abziehen kann, um auf einen realistischen Wert zu kommen. Faktoren wie Außentemperatur, Körpergewicht, Bodenbelag und Fahrweise spielen bei der Reichweite ebenfalls eine Rolle, insbesondere das Körpergewicht und die Außentemperatur haben den größten Einfluss auf die Reichweite. Reichweitentests haben ergeben, dass man bei 23° Außentemperatur 24% mehr Reichweite erzielt als bei 14° Außentemperatur.

Die Reichweite ist ein wichtiger Aspekt und sollte in die Kaufentscheidung einfließen. Wer gerne Touren in der Natur mit seinem Roller unternimmt, der sollte sich für eine realistische Reichweite von über 25 km entscheiden.

Gewicht des eScooters
eScooter fangen bei ca. 10kg an. Man kann aber davon ausgehen, dass hier das zul. Gesamtgewicht relativ niedrig ist und die Ausstattung gering. Das kann durchaus sicherheitsrelevant sein. Ebenso wird die Reichweite sehr gering sein. Je größer die Scooter werden, desto besser wird auch die Ausstattung und desto größer die Reichweite.

E-Scooter um die 15kg sind etwa so ausgestattet, dass man zwischen 15 und 35 km Reichweite schafft. In der Klasse liegt das zul. Gesamtgewicht etwa bei 100kg, was bei den meisten Fahrern ausreichend ist.

Oberhalb der 15kg wird dann die Ausstattung besser. Es werden größere Akkus verbaut, der Klappmechanismus ist besser und der Lenker teilweise in der Höhe verstellbar, evtl. auch eine Federung verbaut.

Es gibt wenige E-Scooter, die die 20kg-Marke überschreiten. Hier bewegen wir uns dann schon in der gehobenen Klasse, heißt über 40km Reichweite, komfortable Federung und bessere Materialien. Dabei liegt das zul. Gesamtgewicht durchaus bei bis zu 120kg.

Für diejenigen, die den eScooter oft tragen müssen, sollte das Gewicht des Rollers unbedingt die Kaufentscheidung einfließen. Ein durchschnittsstarker Mann wird keine Probleme haben einen 15 kg schweren eScooter mit einem Arm in die 3.te oder 4.te Etage hochzutragen. Solltest Du oft tragen müssen, empfehlen wir Dir einen eScooter mit weniger als 15 kg Gewicht.

Antrieb und Motor
Wie anfangs erwähnt, begrenzt der Gesetzgeber die Dauerleistung auf 500 Watt. Heißt aber nicht, dass die Antriebsleistung bei der Beschleunigung darüber liegen darf. Die Hersteller behandeln das durchaus unterschiedlich. Je nach Modell kann die Dauerleistung 250 bis 500 Watt betragen. Dementsprechend ist die Steigungsfähigkeit auch mehr oder weniger. Meistens wird je nach Leistung etwas zwischen 12% und 20% angegeben.

Wirst Du ausschließlich ebene Strecken bewältigen und wird Dein Roller nur mit wenig Gewicht konfrontiert, kann ein Motor mit einer Leistung von 250 Watt ausreichen.

Zusätzlich wird es, ähnlich wie beim Auto, zwischen Vorderrad- und Hinterradantrieb unterschieden. Bei den Antriebsarten ist es ebenfalls ähnlich denen des Autos. Fährt man z. B. den Scooter mit Frontantrieb im Winter auf Steigungen, kann es durchaus passieren, dass je nach Untergrund das Vorderrad durchdreht und zur Seite wegdriftet. Letztendlich entscheidet aber die Philosophie der Käufer. In der Regel funktioniert beides tadellos.

Trittbrett
Auch bei der Fußauflage werden unterschiedliche Philosophien verfolgt. Das Trittbrett ist quasi der Hauptkontakt zum Scooter. Je breiter und länger, desto besser lässt sich der Scooter kontrollieren. Die meisten Hersteller haben ein integriertes Trittbrett, was sich schön in die Linie des E-Scooters einfügt. Das ist häufig etwas kleiner, damit der Scooter beim Transport nicht zu sperrig ist. Hat natürlich den Nachteil, dass man nicht oder nur schwer mit beiden Füßen parallel stehen kann. Größere Roller haben ein separates breites Trittbrett, das komfortabler ist und ein besseres Sicherheitsgefühl vermittelt.

Bremsen
Hier schreibt der Gesetzgeber vor, dass der eScooter mit zwei unabhängig voneinander funktionierenden Bremsen ausgestattet sein muss. Die Hersteller greifen auf bewährtes zurück. Entweder elektrische- und Trommelbremse, elektrische- und Scheibenbremse oder zwei Scheibenbremsen. Neu auf dem Markt sind Magnetbremsen. Alle Varianten funktionieren gut.

Beleuchtung, Reflektoren und Klingel
Ein E-Scooter wird nach dem Gesetz etwa einem Fahrrad gleichgestellt. Das heißt, er muss vorne und hinten eine Beleuchtung haben. Ebenso einen weißen Reflektor vorne, je Seite eine gelben und nach hinten einen roten Reflektor. Die Beleuchtung kann durch separate Batterien als auch durch den internen Akku des Scooters versorgt werden. Eine Klingel ist ebenfalls Pflicht. Alle neu erhältlichen eScooter mit Straßenzulassung verfügen über diese Ausstattungen. Wer jedoch auf dem Gebrauchtwarenmarkt zuschlagen möchte, der sollte darauf achten.

Fahrten bei Regen
Generell sind kurze Fahrten durch den Regen nicht schlimm. Wichtig ist es, den Scooter danach wieder zu trocknen. Hersteller klassifizieren ihre E-Scooter in sogenannten Schutzklassen (IPX). Je höher die Zahl dahinter, desto besser ist der Scooter gegen Feuchtigkeit geschützt. IPX4 verkraftet eine kurze Regenfahrt. Ab IPX5 sollte ein längerer Regen nichts ausmachen. Alles was kleiner IPX4 ist, sollte nur bei trockenem Wetter gefahren werden.

Maximale Zuladung des eScooters für Personen über 100 kg Körpergewicht
Die meisten zugelassenen eScooter in Deutschland verfügen über eine maximale Zuladung von bis 100kg. Personen, die mehr als 100kg auf die Waage legen, sollten sich für ein Gefährt mit entsprechender Zuladung entscheiden. Alle eScooter mit über 100kg Zuladung haben wir in dieser Tabelle aufgelistet.

App-Nutzung
Manche Hersteller bieten ihren Kunden eine App für’s Handy an. Die App dient hauptsächlich dazu, den Scooter zu aktivieren, mit neuer Firmware zu versorgen, eine Wegfahrsperre zu aktivieren und die Fahrparameter auszulesen.

Tipps zu guter Letzt
Grundsätzlich ist es so, dass über 80% der E-Scooter aus Asien kommen. Das soll nichts Schlechtes heißen. Jedoch wenn man mal genauer schaut, gibt es qualitative Mängel, die aber die Sicherheit nicht unbedingt beeinträchtigen. Genaues Schauen lohnt aber.

Es ist immer ratsam, vor dem Kauf eine Probefahrt zu machen. Aussehen ist wichtig, aber ein Sicherheitsgefühl beim Fahren ebenso. Große Elektrofachmärkte bieten Probefahrten leider nicht an. Örtliche E-Scooter Händler hingegen schon.

Hier im Forum findest Du eine tabellarische Auflistung aller straßenzugelassenen eScooter mit den wichtigsten technischen Daten. Diese Tabelle sollte Dir bei Suche nach Deinem perfekten Roller helfen.

Wir hoffen, dass diese Kaufberatung bei der Entscheidungsfindung geholfen hat. Du kannst Dich gerne jederzeit an unsere hilfsbereite Forumscommunity mit ihrem geballten Expertenwissen wenden.

Wo eScooter kaufen?
Tipp: www.escootershop.com (Großer Händler mit umfangreichem Sortiment und gutem Support)
www.mediamarkt.de (Elektro-Großhändler)
www.saturn.de (Elektro-Großhändler)
 
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