Bin heute eine kleine 40km Hausrunde gefahren. Habe am Anfang jeden sandigen und unwegsamen Abstecher mitgenommen, da ich die Geländequalitäten abschätzen wollte.
Hätte ich nicht machen brauchen, aber dazu später mehr. Die ersten Geländeeinsätze waren auf einem, einer Düne ähnlichem Gelände. Mit Gras und Strandgras überwachsenem feinen Sand. Immer wieder mit offenen stellen, in dem der Sand lose lag. Da hatte ich dann auch spontan begriffen, weshalb die niedrigen "Gänge" nur 10 und 15km/h fahren. In solchen Passagen, in denen es mehr auf Kontrolle und Balance ankommt, als auf Geschwindigkeit, hat man eine feinere Gasdosierung als in Race.
Der H11 konnte da vom ersten Meter an überzeugen! Stecken geblieben bin ich nur, wenn ich angehalten habe. Da dann ohne Zerostart raus zu kommen war der einzige Kritikpunkt, der mir aufgefallen ist.
Ein Stückchen weiter, war dann aber ungeplant, richtig Gelände angesagt! Eine beliebte Nebenstrecke zum Strand wurde komplett aufgerissen. Die ersten ein paar hundert Meter, wurde schon wieder aufgefüllt. Mit Sand und Schotter der Sortierung Ochseneier

Dagegen ist jedes noch so alte Kopfsteinpflaster Kindergarten! Denn die liegen wenigsten fest und rollen nicht. Das Geholper war auch absolut Grenzwertig und nur mit leicht gebeugten Beinen zu ertragen.
Den H11 hat das aber nicht die Bohne gejuckt. Schwierigkeiten hatte nur der Mensch und nicht die Maschine!
Dann wechselte der Untergrund wieder plötzlich komplett. Ich hatte den Abschnitt erreicht, an dem noch nicht aufgefüllt wurde. Es ging ca. 20-30cm unter dem eigentlichen Straßenniveau in mehr oder weniger losem Kies weiter. Also quasi in der Baugrube.
Auch hier hat der H11 die Strecke souverän gemeistert. Spätestens jetzt war ich mir sicher, für das Projekt "Beim Rømø Motorfestival 2026, den Strand unsicher zu machen", das richte Gefährt gefunden zu haben!
In der Kategorie "Geländefähigkeit" bekommt der H11 von mir die volle Punktzahl. Absolut gelungene Vorstellung heute!
Irgendwann war dann auch diese Passage geschafft und es ging über normale Straßen und Radwege weiter.
Hier erwies sich der H11 als äußerst spurstabil. Der Wunsch nach einem Lenkungsdämpfer kam nicht im geringsten auf. Allerdings machten die Hügel der Holsteinischen Schweiz nicht so viel Spaß wie mit dem Pulse. Einfach weil man auch bei der Rekuperation die Ähnlichkeit zu Vsett bemerkt. Ähnlich wie der Legacy rekuperiert auch der H11 immer und ständig. Er braucht also schon ordentlich Gefälle, um überhaupt mal schneller als 20km/h zu rollen.
Auf richtig guten Wegen bemerkt man ein leichtes Push and Kill. Dieses ist in Dualdrive spürbarer als mit Singelmotor. Man wippt dann immer so ein bisschen vor und zurück. Aber nichts krasses, und wie schon erwähnt, nur spürbar, wenn man nicht wegen schlechterem Untergrund eh am hüpfen und schaukeln ist.
Ich habe öfters mal zwischen den Antriebsarten gewechselt. Um Strecke zu machen gefällt mir da von der Abstimmung her, der Heckmotor am besten. Der hat eine linearere Gasannahme. Bei Dual gibts immer wieder Bereiche, wo die Kiste einen kleinen Satz macht. Selbst wenn man wie ich inzwischen, die Beschleunigung von 5 auf 3 reduziert hat.
Sollte Hitway das mit den 10% noch gebacken kriegen, dann würde er von mir auch als Tourenscooter volle Punktzahl erhalten. So ist es lediglich für alle akzeptabel, die nicht in Gruppen fahren. So alleine unterwegs, ist mir das auch nicht als großes Manko aufgefallen, aber in einer kleinen Gruppe wäre ich mit dem H11 immer ein Bremsklotz, auf schnell gefahrenen Passagen.
Also puncto Tourenfähigkeit einen Punkt Abzug.
Zuhause wieder angekommen hatte ich noch 54V nach knapp 40km. Es war aber erst ein Balken weg und die App faselte sogar was von noch 80% Restkapazität. Wie
@fireball_mh schon erwähnte, die Anzeige geht nach dem Mond! Wenn ich mit 58V losfahre und aller, aller spätestens bei 47V schieben muss, dann sind 54V keine 80%.
Das Display ist auch ansonsten eines der Teile, bei dem gespart wurde. Sieht zwar alles schön bunt und aufgeräumt aus, aber die Kapazität haben sie in ein winziges Balkendiagram gezwängt, und dieses geht dann noch nicht einmal annähernd korrekt. Das Hauptmanko ist aber die Leuchtstärke. Selbst im Schatten kann man an sonnigen Tagen kaum etwas erkennen. Mit Sonnenbrille könnte es dann auch gleich aus bleiben. Man sieht nicht einmal mehr, ob es an ist oder nicht.
Maximal 2 von 5 Punkten. Puncto Beleuchtung würde ich am liebsten überhaupt keinen Punkt geben.
Die Bremsen arbeiten gut, quietschen aber. Auch etwas was ich nicht nachvollziehen kann. Aber wenigstens bekommen Hersteller wie Teverun das auch nicht besser hin ^^
Die elektrische Bremse spüre ich allerdings nicht. Die arbeitet entweder total dezent, oder der Kontakt schließt zu spät. Beim Legacy habe ich einen spürbaren Bereich, bei dem die Reku einsetzt, bevor die Scheiben greifen. Das fehlt mir hier.
Aber das ist alles Meckern auf hohem Niveau!
Angesichts des Preises, und dem Spaß den ich heute hatte, eine absolute Kaufempfehlung von mir!
Zumindest wenn man was sucht, mit dem man auch Spaß im Gelände haben kann. Und den hat man auf jeden Fall!
Da es inzwischen dunkel geworden ist, habe ich mir noch schnell die Beleuchtung angesehen:

Auch da gibt's wenig zu meckern
