Ich hab's schon wieder getan - der XT5 hält Einzug...

R.I.P..........

Exakt eine Woche und rund 250 km nach der Lieferung ist mir heute, vielleicht 10 min nach dem Losfahren, aus heiterem Himmel der Motor und/oder Controller abgeraucht (wahrscheinlich eher ersteres), und das nicht einmal an oder direkt im Anschluss an eine nennenswerte Steigung.

Bei jeglichem Beschleunigen - wie sanft und in welchem Geschwindigkeitsbereich auch immer (wenn es auch nur minimal bergauf geht, besonders übel) und Bremsen(!) dröhnt der Motor sprichwörtlich ohrenbetäubend laut, und der ganze E-Scooter vibriert dabei stark, vom Trittbrett bis zum Lenker - der XT5 ist damit faktisch nicht mehr fahrbar!

Das ist, vor allem in punkto Haltbarkeit und Zuverlässigkeit, wirklich schwach - jetzt heißt es MMS kontaktieren und bestmöglich verhandeln, damit das Ganze kein Totalreinfall und möglichst schnell akzeptabel "reguliert" wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das wird maßgeblich an der Polpaarzahl liegen.

Der XT5 Max ist in anderen Ländern auf 45 km/h ausgelegt, er wird je nach Markt auch aktiv als auf 25 km/h gedrosselter 45 km/h-Scooter beworben. Da werden die für 22km/h vermutlich auf die gleichen Motoren setzen und einfach stärker drosseln.

Beim ePF-2 PRO gehe ich davon aus, dass die Polpaarzahl perfekter auf die hiesige Höchstgeschwindigkeit von 22 km/h (evtl. eher schon mit Bauvorleistung für 27,5 km/h ;-) ) optimiert ist und damit viel mehr Drehmoment entfalten kann.

Ich würde auch davon ausgehen, dass der ePF-2 PRO eine höhere Polpaarzahl als der ePF-2 XT hat, was das bessere Drehmoment bewirkt. Der ePF-2 PRO ist einfach von vornherein für den deutschen Markt optimiert und kann diese Optimierung auch mit weniger Leistung dementsprechend gut ausspielen, wäre meine begründete Vermutung.

Vereinfacht gesagt: Mehr polpaare machen den Motor in der Auslegung langsamer, aber halt auch "stärker". Ähnlich wie beim KV-Wert.

Genau, die 20% mehr Power ggü. ePF2 nonPro sind einfach aufgrund 20% mehr Polpaare bzw. leichter formuliert an Wicklungen zu verdanken :) Und der Pulse nonplus hat nochmals mehr Wicklungen und somit die drehmomentstärksten 1200W

Anhang anzeigen 231249
Ihr Beide wißt aber schon, das sich disese Beispiele nur auf „Innenläufer“ also Rotor auf einer rotierenden Achse in der Mitte beziehen. Die Polpaar Beispiele kenne ich noch aus dem Studium und gilt z. B. für Arbeitsmaschienen die direkt am 400V Netz betrieben werden, wo es je nach Aufgabe auch Asynchronmaschinen genutzt werden. Bei eScootern sind ausnahmslos Synchronmotoren im Einsatz, mit außenliegenden Rotor.

Bei den BLDC-Motoren die bei eScootern zum Einsatz kommen, hat man eine starre Achse und eine feste, innere runde Arbeitsplatte, wo die Magnete im Strator angeordnet sind. Da wird auch nicht mit mehr Polpaaren garbeitet, die dann durch Verdoppelung der Poolpaare eine 60° Anordnung darstellen würde - das hat sich auch nicht bei Radnabenmotoren für Elektroklein- oder -leichtkrafträder durchgesetzt. Das Drehmoment wird natürlich auch durch das Magnetfeld bestimmt, wo die Anzahl der Wicklungen, Drahtstärke der Wicklungen ggf. das Material des Magnetkerns etc. auch eine Rolle spielt. Entscheidender für die Kraftausübung ist aber die Matrialmenge (Stärke, Länge) der magnetisierten Eisenplatten im Rotor („umlaufende Magnete“), dass die einwirkenden magnetischen Wechselfelder in Rotation/Drehmoment in der Radnabenfelge umsetzt.
 
Also ich bin der Meinung (habs nochmal nachgegoogelt), dass die Polpaarzahl auch bei BLDC-Außenläufern (quelle / quelle) ein entscheidender Faktor für das Verhältnis von Drehzahl zu Drehmoment ist, da sie maßgeblich die Kraftentfaltung bei der für Deutschland optimierten Endgeschwindigkeit beeinflusst. Habs sicherheitshalber nochmal nachgeschlagen, weil ich beruflich mit anderen Motoren zu tun habe, aber ich wüsste nicht, was an meiner Aussage falsch wäre...

Die Polpaarzahl hat hier halt quasi die Rolle eines fest eingestellte "Getriebe" über die Polpaarzahl bei den Motoren... Ja, nicht der einzige Faktor. Aber es erschien mir da als ein gewichtiger Faktor. Auch darum denke ich, dass ein für 22km/h optimierter Motor sein potential besser ausspielen kann als ein für 45km/h optimierter Motor der wegen Drosselung in einem ungünstigen Arbeitspunkt betrieben wird.

Oder hab ich da irgendwas übersehen?
 
Jain, RPM setzt sich aus eRPM x Anzahl der Polpaare zusammen, ist also ein Faktor (Übersetzungsverhältnis).

Die Anzahl der Polpaare wird hier aber durch die Geometrie bestimmt, da ein möglichst geringer Luftspalt zwischen Anker und Magneten wünschenswert ist und die Magnete selten gerundet sind.
Deshalb sind Polpaare keine variable in dem Anwendungsfall.

Für Hubmotoren dieser Größe sind es meist 30 Magnete (15 Polpaare). Bei meiner bescheidenen Auswahl waren es zumindest alle 30 (2 versch. Joyor, Vsett, Jofen, EPF Pulse)

Andere Variablen sind Anzahl der Wicklungen, Magnethöhe (axial, als H angegeben) und Hebel (oft als Stator Durchmesser abgegeben).
Sekundär, da teuer: Magnet Stärke (NXX). Stärkerer Magnet->geringere KV.

Generell gilt KT=9,55/KV

Anpassungen für den deutschen Markt werden hauptsächlich durch Magnet Höhe und Anzahl der Windungen gemacht.

Edit:
Mehr Polpaare würde gehen, der Drehmoment Anstieg ist aber unterproportional. 30 scheint eine optimale Anzahl (Kompromiss) zu sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Okay, danke für die Info... In meinen typischen Anwendungsgebieten ist da die Vielfalt größer und darf bei der Auswahl nicht vernachlässigt werden...

Dass es bei Scootern da wenig vielfalt gibt war mir nicht bewusst. Habs interessenhalber jetzt natürlich auch gesucht, das Ergebnis scheint zu bestätigen was Du sagst, dass !=15 da eher die Ausnahme ist (hab nur VSETT 10+ / IO Hawk Legacy und Zero,wohl auch Turbowheel Lightning und Macury Blade 10 gefunden, anhand von Diskussionen über Controller-Parameter)

Bei BEV und im E-Nutzfahrzeugbereich ist das nicht so einheitlich. Und im Prüfstands- und Automatisierungsbereich sowieso nicht, da ist die Polpaarzahl eine Größe die bei der Motorenauswahl für den Anwendungsfall eine wichtige Rolle spielt, sonst hat man nachher den Schmerz bei der Optimierung der Regelung
 
Na ja, hilft alles nichts 🙁, beschädigt ist der Motor bei diesen Geräuschen sicherlich.
Dann kann man nur hoffen das MM das kundenfreundlich löst.
Drücke @fireball_mh mal die Daumen.
 
Sodele, heute geht der XT5 Max mit 260 km auf dem Buckel endlich zurück, bzw. an eine allgemeien Reparaturannahmestelle (die u.a. auch Soflow in Anspruch nimmt) - nachdem mich MediaMarkt an Navee verwiesen und die sich erstmal quer gestellt haben (das auf dem angeforderten Beweis-Video im Leerlauf nicht ganz so ohrenbetäubend laute Geräusch sei "normal"), konnte ich mich letztendlich durchsetzen. Mal sehen, wie es jetzt weiter geht...
Ich hatte zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt, mir doch noch den Ultra zu holen, weil ich jetzt ja genau weiß, was mich bzgl. dessen Fahreigenschaften erwartet (und da punktet der XT5, bis auf das gelegentliche Klappern, ganz klar gegenüber der Konkurrenz) und auch die zu erwartende Performance mit Dualantrieb abschätzen kann, aber wenn man mal bedenkt, dass man den knapp 39 kg schweren Brocken für minimal 1350€ bekommt, sind das immer noch 150€ mehr als z.B. beim neuen RCB D7 Max, der etwas leichter, stärker (dessen 3600W werden die 4400 Papier-Watt vom Navee zu 100% in die Tasche stecken) und deutlich ausdauernder ist (angemessene 27Ah@52V im Vergleich zu grenzwertigen 19.2Ah@48V), macht das keinen Sinn, selbst wenn mir noch eine praktikable Transportmöglichkeit für die relativ steile Treppe zur Wohnung einfällt. Andererseits reicht mir mein (alter) H11 eigentlich völlig. Lieber wäre mir tatsächlich ein noch stärkerer und besser verarbeiteter Soflow-Getriebescooter (80-90 Nm, bessere Bremsen, stabilerer Lenker) oder endlich mal ein Dualscooter mit Wechselakku - warum ist seit IOH mit dem Elite X (oder Phoenix) eigentlich noch kein einziger Hersteller auf die Idee gekommen, dass nicht jeder einen 35-40 kg schweren Scooter komfortabel in der beheizten und gesicherten Garage parken und laden kann...?
Wenn man noch keinen Premiumscooter besitzt, hat man aktuell wirklich die Qual der Wahl, in meinem Fall ist aber immer noch kein "Must Buy"-Exemplar in Aussicht...
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein XT5 Max befindet sich leider immer noch in Reparatur - vermutlich dauert die Ersatzteilbeschaffung bei diesem noch relativ neuen Modell eher Wochen als Tage...
Ich habe zufällig auf der Navee-Homepage eine Käufer-Bewertung zum XT5 Ultra gefunden, zu dem es ansonsten 0 Erfahrungsberichte oder Tests im Netz gibt, obwohl das Modell jetzt auch schon ein paar Wochen lieferbar ist - das Urteil fällt noch vernichtender aus als das meinige zum Max:

1777669942551.png
 
Mittlerweile ist die negative Bewertung von der Seite verschwunden - ein Schelm, wer Böses dabei denkt... ;)
 
na da bin ich mal gespannt was mich so erwartet, habe heute auch zugeschlagen und direkt bei Navee den XT5Max geordert.
Ausschlaggebend war vor allem die 12" Bereifung. Ich hatte erst mit dem Ultra geliebäugelt, da der aber auch nur einen 19,2Ah Akku hat und ich selbst mit 1600W hier in der Gegend schon alles gefahren bin was wie eine Herausforderung aussieht, ist es dann letztendlich doch "nur" die Single-Motor Version geworden. Der UT5 wäre auch eine Option gewesen, war aber schnell vom Tisch als ich gesehen habe das da der Akku über 25% kleiner ist.
Ich lass mich überraschen und hoffe das der XT5Max meinen Anforderungen gerecht wird. 😬
 
Zurück
Oben