Jochen Dietermann von Streetbooster im Interview

Foto: Streetbooster
Lieber Jochen, welche eScooter-Modelle sind aktuell bei euch besonders gefragt? Gibt es klare Bestseller?
Aktuell sind vor allem das Pure Flex Modell sowie nach wie vor der STREETBOOSTER Sirius besonders gefragt. Beide Modelle haben sich als echte Dauerbrenner etabliert und erfreuen sich großer Beliebtheit bei unseren Kunden.
Streetbooster arbeitet nun schon seit einiger Zeit mit PURE zusammen. Was zeichnet diese Partnerschaft aus deiner Sicht besonders aus?
Die Partnerschaft zeichnet sich vor allem durch ein enorm hohes Qualitätsniveau aus. Zudem entwickeln wir Fahrzeuge, die exakt den Nerv des Marktes treffen. Wir arbeiten mit demselben Produzenten wie PURE zusammen, teilen uns Qualitätskontrollen und entwickeln teilweise sogar gemeinsam. Das spart Ressourcen und führt gleichzeitig zu den genannten Vorteilen in Qualität und Effizienz.
Worin liegen die größten Vorteile der PURE-Modelle im Vergleich zu anderen eScootern am Markt?
Wenn wir Xiaomi und Segway einmal außen vor lassen, gibt es kaum einen Hersteller, der mehr Fahrzeuge im Markt hat als PURE. Davon profitieren vor allem die Kunden: Sie erhalten ausgereifte, zuverlässige E-Scooter, die sich im Alltag bewährt haben und von einer starken Marke getragen werden.
Viele interessieren sich für den Streetbooster Sirius: Wird es hier in Zukunft eine Weiterentwicklung oder ein Update geben?
Mit Updates ist das aktuell so eine Sache. Aufgrund der geänderten EKfV wird es den Sirius ab 2027 in seiner jetzigen Form voraussichtlich nicht mehr geben. Falls wir ihn weiterführen, wird er definitiv einige Anpassungen erhalten. Klar ist aber auch: Der Sirius überzeugt bereits heute durch ein sehr zuverlässiges und durchdachtes Akkusystem, das sich einfach entnehmen lässt. Das externe Laden bietet große Vorteile – insbesondere für Menschen, die beispielsweise im dritten Stock wohnen und den Scooter nicht ständig nach oben tragen möchten.
Der Streetbooster Pollux verzichtet bewusst auf einen Klappmechanismus. Wie bewertest du diese Entscheidung rückblickend und glaubst du, dass dadurch potenzielle Käufer verloren gegangen sind?
Ja, dadurch haben wir definitiv einige Käufer verloren. Wie viele genau, lässt sich schwer sagen – es waren aber weniger als zunächst befürchtet. Ein 36 kg schwerer E-Scooter wird ohnehin selten ins Auto gehoben. Dafür punktet der Pollux mit maximaler Stabilität und einem außergewöhnlich angenehmen Fahrgefühl dank seiner großen Reifen – hier gehört er definitiv zu den komfortabelsten Scootern am Markt.
Reichweite ist für viele Käufer ein zentrales Thema, obwohl die meisten Strecken im Alltag eher kurz sind. Wird die Bedeutung der Reichweite aus deiner Sicht manchmal überschätzt?
„Haben ist besser als brauchen“ scheint beim Thema Reichweite oft das entscheidende Argument zu sein. Wir haben im Februar erneut eine Kundenumfrage durchgeführt und rund 1.000 Antworten erhalten. Das Ergebnis: 90 Prozent der Nutzer fahren maximal 11 km pro Strecke. Das spricht eigentlich für sich.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei Streetbooster – sowohl in der Produktion als auch im Hinblick auf die Langlebigkeit der Produkte?
Wir waren der erste Anbieter – und sind es meines Wissens nach immer noch –, der eine siebenjährige Ersatzteilverfügbarkeit garantiert. Zudem haben wir E-Scooter im Service, die bereits Laufleistungen von 15.000 km und mehr erreicht haben. Das wichtigste Argument für Nachhaltigkeit bleibt jedoch ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Fahrzeug. Wer seinen Scooter nicht pflegt, muss sich über einen frühzeitigen Verschleiß nicht wundern.
Die Gesetzgebung schreibt zwei unabhängige Bremssysteme vor. Welche Kombination bevorzugst du persönlich neben der E-Bremse: Scheiben- oder Trommelbremse? Und wo siehst du die jeweiligen Stärken und Schwächen?
Die Trommelbremse ist sicherlich die wartungsärmste Variante. In puncto Bremsleistung unterscheidet sie sich kaum von der Scheibenbremse – zumindest beim Abbremsen aus 22 km/h. Bei Autos sieht das natürlich anders aus, da hier deutlich größere Massen verzögert werden müssen. Allerdings lässt sich eine Trommelbremse nur schwer in einen Motor integrieren, weshalb man häufig Kombinationen aus beiden Systemen sieht.
Streetbooster war einer der ersten deutschen eScooter-Hersteller mit einer Kooperation mit Hobbywing. Wie sieht die Zukunft dieser Zusammenarbeit aus?
Wir waren tatsächlich die Ersten, die einen E-Scooter mit einem Hobbywing-Controller auf den Markt gebracht haben – andere sind später nachgezogen. Hobbywing leistet hervorragende Arbeit und geht gezielt auf die Wünsche der Hersteller ein. Daher wird das auch in Zukunft ein wichtiger und verlässlicher Partner für uns bleiben.
Zum Abschluss: Auf welche spannenden Neuerungen dürfen sich eure Kunden in diesem Jahr freuen? Wird es neue Modelle geben?
Ja, in diesem Sommer kommt noch einiges auf den Markt. Wir bringen gefederte Modelle, neue Varianten mit Wechselakkus sowie Scooter, die die perfekte Balance zwischen Fahrspaß und Alltagstauglichkeit bieten. Es bleibt also spannend – lasst euch überraschen!
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Zur Homepage von Streetbooster: https://streetbooster.de/