Ladebegrenzer?

Gummibärchen

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Ach so, dann verstehe ich den ganzen Trubel um das „akkuschonende Laden mit 80 %” nicht. :unsure: Das BMS regelt doch alles.

Sorry, ich habe von Akkus keine Ahnung. Vielen Dank für deine Erklärungen. (y)
Es geht vor allem darum, Extreme zu vermeiden, also den Ladezustand zw. 20% und 80% zu halten (das bezieht sich vor allem auf einen länger anhaltenden Ladezustand oder gar eine längere Lagerung) bzw. den Akku nicht extremen Temperaturen (vor allem Kälte beim Laden) auszusetzen.

Akkus, die permanent im Gebrauch sind, sind davon ja eher weniger betroffen als Geräte, die im Schrank oder in Kellern/Garagen auf ihren nächsten Einsatz warten müssen. So kann es durchaus sinnvoll sein, solche Akkus auf 80% aufzuladen und ggf. erst vor ihrem nächsten Einsatz auf 100% aufzuladen. Hier im Forum habe ich auch schon gelesen, dass das manche mit ihren E-Scootern so machen. Wenn man aber seinen E-Scooter ggf. kurzfristig für eine längere Strecke dringend benötigt, spricht auch nichts dagegen, seinen E-Scooter voll geladen dafür vorzuhalten. Wie in #8 schon geschrieben, wird der Akku den Roller meistens trotzdem überleben.

Meine E-Scooter stehen eigentlich immer voll geladen bereit. Nach kurzen Strecken lade ich sie aber auch nicht immer gleich wieder voll, dann stehen sie auch schon mal mit 85%-95% da. Mit der Zeit bekommt man aber auch ein gutes Gefühl dafür, wieviel Ladung man im Alltag für seine Geräte benötigt, aber zuviel Stress sollte es auch nicht machen. Eine Zeitschaltuhr oder ein Ladebegrenzer kann da je nach Situation helfen. Meine E-Scooter lade ich immer mit einer Zeitschaltuhr, falls ich doch mal vergesse, das Ladegerät nach dem Laden zu trennen. Lt. BA soll man Akkus ja ohnehin nicht unbeaufsichtigt laden, aber es kann ja immer mal was dazwischen kommen...
 

Herzfinsternis

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Der Akku besteht aus vielen vielen Zellen. Diese Zellen erfahren eine Zelldrift. Das heißt mal mit einfachen Worten, sie werden unterschiedlich entladen und benutzt.

Die Differenz zwischen den Ladungen töten die Zellen.

Das verbaute BMS (Batterie Wächter) versucht dagegen anzukämpfen.
Das macht es beim Laden aber so richtig erst, wenn der Akku fast voll ist.
Das BMS kann aber auch nur die Blöcke (bspw. 13S5P = 5 Blöcke a 13 Zellen) überwachen, oder? Auf einzelne Zellen kann das nicht zugreifen?
800 Ladezyklen, das machen normale Akkus, sind bei 50km je Zyklus 40.000km
(y)
 

E-RICH

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Ein BMS kann auch Kaffee kochen und Bananen pflücken. Du musst nur das Geld dafür ausgeben. :)
 

ScooterVoodoo

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Hier noch meine 5ct zum Thema:

Unbalancierte Zellen in einem großen Akku sind grundsätzlich kein Problem, solange der Akku nicht belastet wird. Da geht nix kaputt, nur weil die Zellen etwas in der Spannung differieren. Das Problem tritt, wenn überhaupt, bei Entladung auf. Der Controller sieht nämlich nur die Gesamtspanung. Solange die passt, ist ihm der Rest egal. Haben wir nun Zellen, die sich bzgl. Innenwiderstand stark unterscheiden, kommt es dazu, dass sie sich in der Spannung stark unterscheiden. D. h. die zulässige Spannung einzelner Zellen kann unterschritten werden (Tiefentladung) und diese Zellen gehen kaputt. Würde man ohne Balancer laden, würde das Problem auch beim Laden auftreten und einzelne Zellen würden überladen werden. Darum kümmert sich das BMS bei unseren Rollern. Zusätzlich versucht das BMS beim Laden alle Zellen bzgl. Spannung wieder anzugleichen. Vermutlich aber tatsächlich am Ende des Ladevorgangs.

Wir haben i.d.R. bei unseren Rollern keine Chance, an die Werte des Innenwiderstands der einzelnen Zellen zu gelangen. D. h. wir kennen den Zustand des Akkus nicht wirklich. Weiterhin besteht der Akku bei den Rollern aus sehr vielen Einzelzellen, die seriell und parallel verschaltet sind. Im Gegensatz zu Modellbau- oder Handyakkus, wo i.d.R. wenige Zellen seriell geschaltet sind. D. h. bei den Rollerakkus spielt der Zustand einer einzelnen Zelle nicht so eine dramatische Rolle. Da die Zellen auch nicht wirklich Höchstleistungen bei der Stromabgabe erbringen müssen, ist das auch nicht wirklich ein Problem. Weiterhin wird der Hersteller des Akkus diesen so konfektionieren, dass alle Zellen einen ähnlichen Innenwiderstand haben, so dass die Sache über relativ lange Zeit passen wird - solange man den Akku nicht zu tief entädt oder zu lange bei 100% Ladung rumstehen lässt. Daher kommt diese 80%-20%-Regel.

Wenn wir mit unseren Mitteln dem Akku etwas Gutes tun wollen, dann kann man nur zwei Dinge tun:

1. den Akku nicht leer fahren
2. den Roller nie bei 100% Ladung rumstehen lassen

Ich regle das bei mir so, dass ich den Roller nicht leer fahre und nach dem fahren in dem Zustand stehen lasse, wie er ist. Vor der nächsten Fahrt lade ich - wenn ich Zeit habe - auf 100% oder ich lade, bis ich los muss und unterbreche das Laden.

Oder man macht es, wie epf es empfiehlt und hat einfach Spass und lädt dann, wann man muss.
 
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