Odys NEO e100 Fahrberichte & Fazit

Dako

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VX2 GT, ePF-2, Wizzi
Über persönliche Fahrberichte zum Odys NEO e100 würden wir uns sehr freuen. Teilt uns hier bitte Eure Eindrücke mit. Interessant und hilfreich sind Eure Eindrücke zu:
  • Agilität
  • Motorpower/Steigungspower
  • Maximale Geschwindigkeit (auch mit GPS gemessen)
  • Bremsverhalten
  • Qualität/Verarbeitung
  • was Euch sonst noch einfällt
Hier nur Fahrberichte posten bitte.
 

fireball_mh

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Hier der langersehnte, erste ausgiebige Fahrtest:

Eigentlich wollte ich heute nur ein paar aussagekräftige Steigungestests machen, am Ende ist es dann aber zusätzlich noch ein ausgewachsener Reichweitentest geworden, also 2 Fliegen mit einer Touren-Klappe erschlagen! 💪

Erstmal zur Power:
Die Steigleistung bewegt sich relativ deutlich über Niu KQi3 Pro/Scotex H20-Niveau, irgendwo zwischen VX2 Standard- und Sportmodus.
Hier mal ein paar Zahlen:
Bei meinem Hausbergtest mit vollem Akku hat der Odys hervorragende (minimale) 17 km/h erreicht - der VX2, Paul oder SO4 Pro liegen hier auch nur bei 18-19 km/h, Slidefox und Legend bei 15, Niu und Scotex bei jeweils 12-13 und der Wizzard bei 8.
An Steigungen, die der Niu und der Scotex gerade noch so mit ~5 km/h schaffen (z.B. eine steile Straße, die im oberen Berich eine maximale Steigung von 21% aufweist), liegt der Odys bei mindestens 10 km/h - der VX2 (im Sportmodus) 1-2 km/h darüber.
An einer etwas längeren 20+%-Steigung, die die beiden "Kleinen" gar nicht mehr schaffen, ist der Odys heute mit 8-9 km/h hochgefahren, der VX2 hatte hier vor kurzem sehr gute 12 km/h erreicht.
Man muss aber dazu sagen, dass der Odys im Vergleich zum VX2 3 km/h weniger Anlaufgeschwindigkeit hat, was sich bei einer endlich langen Steigung natürlich entsprechend negativ auswirkt.
Beim Anfahrtest diekt vor einer 21m langen Rampe mit ziemlich konstant 21% Steigung, musste ich den letzten Meter bei unter 5 km/h "quer fahren", um nicht stehenzubelieben - der VX2 hatte diese Disziplin langsam, aber "schnurstracks" gemeistert, verfügt also definitiv über noch mehr Drehmoment als der Odys. Mit etwas Anlauf ist dieser dann aber auch relativ "locker" hochgekommmen.
Die extremen (und in frieer Wildbahn extrem seltenen) Steigungen mit über 25% habe ich heute bewusst ausgelassen, sondern ihn immer wieder an Steigungen bis etwas über 20% gefordert, und er hat diese auf sein Leistungspotential zugeschnittenen Prüfungen auch alle zu meiner vollsten Zufriedenheit gemeistert!

Die erzielte Reichweite von 61 km ist vor dem Hintergrund der unzähligen Steigungstests unglaublich gut und liegt zwischen der vom VX2 Basic/ST und derjenigen vom GT.
Ab 2 von 5 Balken verliert der Odys spürbar an Leistung (was aber erst irgendwann zwischen 40 und 50 km passiert), mit einem Balken kommt man dann kaum noch eine Steigung hoch, und wenn dieser dann auch noch blinkt, dauert es nur noch wenige Hundert Meter, bis der Scooter mit einem Unterspannungs-Fehlersymbol ruckartig ausgeht.
Die hohe Reichweite ergibt sich natürlich u.a. auch daraus, dass der Odys bergab rigoros auf 20 km/h einbremst - egal wie steil es ist - und dabei offensichlich (auf Dauer nicht gerade wenig) Energie zurückgewinnt.

Federung:
Ich bin selten einen E-Scooter gefahren, mit dem man abgerundete Bordsteine so komfortanel hochfahren oder problemlos mit Vollgas über Schotterstrecken fahren kann wie mit dem Odys, der ja eigentlich gar nicht nach Offroad-Scooter aussieht. Für leichte Offroad-Strecken, die auch noch mit seiner eingeschränkten Bodenfreiheit kompatibel sind, ist er aber geradezu prädestiniert!

Geschwindigkeit:
Tja, damit muss man einfach leben können...Wer schon beim Niu kurz vorm Durchdrehen ist, weil dieser im Schnitt auch nur 19.5 km/h schnell fährt (aber bergab, je nach Gefälle, wenigtens bis zu 30 km/h erreicht), sollte lieber die Finger vom Odys lassen. Dieser ist ganz klar ein "GT" für ausgiebige, stressfreie Touren, die auch mal etwas anspruchsvoller sein dürfen, aber jegliche Form von Zeitdruck oder Hetze ist dem Odys völlig fremd. Durch die starke Beschleunigung, die Kraft am Berg und die sehr gute Federung kann man das meiner Meinung nach aber noch eingermaßen verschmerzen.

Alles in allem bin ich vom Odys zwar nicht so begeistert, wie ich es seinerzeit vom VX2 oder Paul war, aber trotzdem sehr zufrieden, und deswegen wird er auch behalten (die Rechnung ist bereits bezahlt).
Ein vollgefederter, starker Langstreckenscooter für Touren bis über 60 km hat mir bis gestern noch gefehlt.

Ich bin heute übrigens ausschließlich im Sportmodus gefahren, und auch an den langen Ansteigen hat der Odys-Motor, der sich unter Last immer etwas gequält anhört, nicht überhitzt.
Die Klingel macht einen wertigen Eindruck und ist super laut, und der Scooter hat eine Bremslichtfunktion. Das Frontlicht bedarf in der dunklen Jahreszeit aber auf jeden Fall eines Upgrades oder Ergänzung in Form einer Zusatzlampe am Lenker. Die (Hart-)Plastikverkleidung klappert und "knarzt" auf schlechtem Untergrund gelegentlich, aber das hatte ich ehrlich gesagt auch nicht anders erwartet.

IMG_20220818_223430.jpg
 
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fireball_mh

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So, Freunde der Nacht - es gibt leider "bad news" für alle Schwergewichte da draußen...
Ich bin gerade von einer kleinen 30 km-Tour mit einem Bekannten (gut 100 kg Fleischmasse - naürlich alles nur Muskeln, Sehnen und schwere Knochen 😁) zurückgekommen. Er hatte seinen Niu KQi3 Pro dabei, und ich war mit dem Odys gestartet (was ja von der Geschwindigkeit super zusammenpasst). Da er neugierig war, wie sich die elegante Neuheit im Vergleich zu seinem so fährt und ich auch mal wissen wollte, wie sich der Neo mit Ü100 auf dem Buckel verhält, haben wir unterwegs mehrmals getauscht - insbesondere an den anpruchsvolleren Steigungen auf der Strecke.
Tjaaaaaa, mit entsprechend schwerem Fahrer hat der Odys heute nicht mehr so geglänzt wie gestern: an meinem Hausberg waren nur noch 6 km/h als niedrigste Geschwindigkeit drin (zur Erinnerung: bei mir waren es 17), und - was fast schlimmer ist - auf einem mehrere Hundert Meter bis einige Kilometer langen, moderaten Anstieg durch den Wald (auf leichtem Schotter) mit vielleicht 5-10% Steigung hat der Odys heute gleich mehrmals überhitzt und die Leistungabgabe praktisch auf 0 runtergefahren...Nach einer jeweils relativ kurzen Pause von ein paar wenigen Minuten konnte man dann wieder eine Weile/ein Stück halbwegs normal weiterfahren, bis die nächste Zwangspause angesagt war - das Ganze ist heute insgesamt 5-6 Mal passiert (ein Mal auch innerorts auf einer etwas längeren, gut ausgebauten und bis auf ca. 15% ansteigenden Straße).
Die sofortige Systemdiagnose via Inmotion-App hat keinerlei Auffälligkeiten oder abnormal hohe Temperaturen gezeigt, und auf dem Display war ebenfalls kein Fehlersymbol zu sehen. Trotzdem ist die Leistung jeweils urplötzlich komplett und dauerhaft eingebrochen.
Das bedeutet, die vom Inmotion L9/S1 bekannte Schwachstelle bzgl. Überhitzungsproblematik exisitert für schwere Fahrer an langen (nicht notwendigerweise besonders starken) Steigungen leider immer noch. Die Temperaturen heute Abend lagen noch bei maximal 25 Grad ohne Sonnenschein, es war also nicht mal besonders heiß.
In diesem Zusammenhang möchte ich nochmal darauf hinweisem, dass @cege (bei etwas weniger Gewicht) mit dem deutlich schwächeren Velix E-Kick 20 Pro kürzlich genau dasselbe passiert ist. Die Kombination aus langer Steigung, ggf. noch auf schwierigem Untergrund, und schwerem Fahrer stellt also immer noch ein potentielles Problem dar (das aber natürlich nicht alle E-Scooter gleichermaßen betrifft), von dem ich Gott sei Dank nicht akut betroffen bin.
Der/mein Niu hat vor ein paar Wochen auf einer ähnlichen Strecke mit meinen überschaubaren 75 kg zwar auch mehrfach überhitzt, allerdings bei deutlich höheren Temperaturen und an steileren Anstiegen.
Lange Rede, kurzer Sinn: es macht nicht nur unter Performanceaspekten (insbesondere der Geschwindigkeit am Berg) Sinn, abzuspecken, und wenn man mit, sagen wir mal 88 kg noch keine diesbezüglichen Probleme mit dem Odys hat, könnte man diese mit ein paar Kilos mehr (Weihnachts-)Speck auf den Rippen leicht bekommen. ;)
Ich werde dem Odys belastungsgrenzentechnsich morgen nochmal intensivst auf den Zahn fühlen und ihn bewusst an langen Steigungen testen, um zu sehen, ob ich dieses etwas ärgerliche Verhalten auch irgendwie provozieren kann.

Vorläufiges Fazit: Für schwere Fahrer, die viele und/oder lange Steigungen fahren müssen oder wollen, ist der Odys leider nur bedingt geeignet.
 
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fireball_mh

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Es gibt neue Erkenntnisse zum leidigen Überhitzungsproblem!

Ich habe heute mal einen ausgedehnten Maximalbelastungstest gemacht, um zu sehen, wo die ultimativen Grenzen vom Odys liegen.
Bezogen auf meine 75 kg und relativ vollen Akku gilt:

- Die Bergpower liegt, wie bereits erwähnt, zwischen VX2 Standard- und Sportmodus und deutlich über Niu KQi3 Pro/Scotex H20-Niveau.
- Da, wo letztere sich mit ~5 km/h mit allerletzter Kraft raufquälen (bei ca. 20%), fährt der Odys noch mindestens 10 km/h.
- Da wo, der Odys sich nur noch mit 5 km/h und ständigen (leichten) Lenkkorrekturen hochkämpft (22-23%), fährt der VX2 im Sportmodus noch etwa 10 km/h.
- 25% (das Leistungslimit vom VX2) schafft der Odys nicht mehr ohne vollen Anlaufschwung, geschweige denn die beworbenen 30%.
- Das bedeutet: Steigungen, an denen sich der VX2 schon etwas schwer tut, sind für den Odys noch grenzwertig machbar, und da, wo der VX2 arg zu kämpfen hat, braucht man mit dem Odys gar nicht erst loszufahren.
- Mit 3 Akkubalken hat man noch ordentlich Power, ab 2 lässt die Leistung langsam spürbar nach und bei einem geht an Steigungen nicht mehr allzu viel.
Der Odys hat heute viele sehr starke Steigungen von 20 bis 200m Länge geschafft (auch einige, die ein starker Scotex H20 z.B. nicht mehr hochkommt) - die vielen Zacken im Komoot-Profil (mit aktuell nicht sehr zuverlässiger Höhenmeterberechnung) sprechen für sich. Mit der gezeigten Performance bin ich wirklich vollkommen zufrieden.
Aber jetzt zum eigentlichen Thema:
Einen langen, wirklich anspruchsvollen Anstieg durch den Wald mit im Schnitt(!) sicherlich 10-15% Steigung, den der VX2 noch relativ souverän gemeistert hat (sonst wäre ich diesen heute gar nicht erst angegangen), hat der Odys nicht ganz gepackt - und genau hier liegt der Hund begraben:
Wenn man den Odys am Berg bis (fast) zum Stillstand bei unter 5 km/h quält (ich glaube es wurden 2 oder 3 angezeigt), geht dieser in eine Art Schutzmodus, nimmt die Leistung komplett weg und läuft ab da eine ganze Weile lang nur noch mit halber Kraft (es reicht also nicht, ein paar Minuten zu warten - dann überhitzt er nämlich relativ schnell wieder, sondern man muss den Motor anschließend sicherlich 10...15 min schonen, bevor er wieder sein volles Leistungspotential hat!
Ich habe nur kurz gewartet, bin den Berg wieder runter und am Waldrand entlang ein Stück in der Ebene zu einer Parallelsteigung gefahren, die er eigentlich einigermaßen "locker" schaffen müsste, da er heute einige, zum Teil noch deutlich anspruchsollere Bergprüfungen erfolgreich absolviert hat.
Stattdessen hat man gemerkt, dass die volle/"normale" Power immer noch nicht wieder zur Verfügung stand und er infolgedessen auf dem Anstieg gleich 4 mal "abgestorben" ist. Letztendlich hat er es dann zwar doch geschafft, aber nur mit 4 Zwangspausen und entsprechend häufigem Anfahren am Berg.
Die Controllertemperatur lag übrigens jeweils bei knapp 40°C, also eigentlich völlig unauffällig, aber...wenn man den Scooter neu gestartet hat - und nur dann(!), wurde für ein paar Sekunden im Display der Fehlercode 12 angezeigt - laut Handbuch "überhitzter Motor". Der Motor ist also das eigentliche Problem und nicht etwa die Controllertemperatur.
Witzigerwiese bekommt man beim sofortigen Durchführen einer Systemdiagnose via APP angezeigt, dass sich alle Systemkomponenten in einem guten Zustand befinden - inkl. dem Motor! 🙄
Da ich gegen Ende noch ein paar "normal starke" Steigungen gefahren bin, ist zumindest sichergestellt, dass der Motor nicht dauerhaft irreparabel geschädigt ist.

Ich habe den Odys heute so gequält, dass er diesmal nach "nur" 55.8 km (kurz vor meinem Wohnort) an einer wirklich minimalen Steigung mit dem bekannten Fehlersymbol für Unterspannung (Code 4) ausgegangen und anschließend nicht mehr weitergefahren ist. Das muss man bei 675 Wh und nur 75 kg auch erstmal schaffen. 😁
Ich habe dann etwa eine Viertel Stunde lang geschoben und konnte in der flachen Straße zur Wohnung sogar noch ein paar Hundert Meter langsam fahren (was unmittelbar nach dem Ausgehen nicht mehr möglich war).

Fazit:
Egal bei welchem Fahrergewicht - man sollte den Motor nicht ewig lange unter 10 km/h und maximal einige wenige Sekunden bei 5 km/h betreiben (bspw. auf dem allerletzten Meter einer Steigung), aber nicht(!) weiterfahren, wenn der Odys sich bei unter 5 km/h zu Tode quält. Ein Scotex H20, Trittbrett Kalle oder auch EPF-1 Pro sind hier deutlich zäher und quälen sich bei Bedarf auch noch mit 2.x km/h den, natürlich weniger steilen, Berg hoch, ohne anschließend in einen "Notlaufmodus" zu gehen.
Wenn man diesen Ratschlag beherzigt, kann man den Odys Neo bedenkenlos kaufen und fahren, ohne sich ständig ärgern zu müssen oder gar den Motor zu "grillen".
 
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fireball_mh

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Leute, Leute...Ich habe gerade die 3. Maximalsteigungs-Reichweitentour mit dem Odys hinter mich gebracht, und jetzt bin ich einfach nur noch platt...
Wer nicht genug von E-Scooter-Fahren (ohne Zwischenladen) bekommt, sollte sich unbedingt dieses Teil zulegen!
Durch die extrem hohe Reichweite (s.u. - ohne die vielen starken Steigungen wären heute bestimmt über 70 km drin gewesen!) in Verbindung mit der (auch bergab) auf 19.x km/h gedeckelten Vmax, ist man nicht nur gefühlt den halben Tag lang untergwegs, um den Akku leer zu fahren. Dieses Gefühl "unendlicher Reichweite" hatte ich nichtmal beim Wizzard, und der der Odys schafft dabei noch extrem viele Steigungen, die man zum Großteil nicht mal ansatzweise mit einem G30D hochkommt.
Ich bin jetzt im Schnitt immer über 60 km weit gekommen - und das waren alles mehr Dauer-Steigungs- als wirkliche Reichweitentests!

Mit den Erkenntnissen von gestern habe ich es diesmal geschafft, den Odys immer wieder an sein Limit zu bringen, ohne dass es zu irgendwelchen Ausfallerscheinungen wegen Motorüberhitzung gekommen ist - und das, obwohl er das ein oder andere Mal kurzfristig auf bis zu 5-6 km/h eingebrochen ist. Das hat dann auch endgültig meine letzten Bedenken zerstreut, dass der Odys evtl. doch nicht für meine typischen Mördertouren geeigent sein könnte.
Insgesamt waren das heute sicherlich wieder weit über 20 "männliche" Steigungen ab/über 15%, von kurz bis lang, von Rampen bis Weinbergen.
So waren dann auch nach "nur" 26 km schon 2 von 5 Akku-Balken verbraucht, und der letzte hält ja bekanntlich auch nicht besonders lange, dafür
halten sich die Balken 1 bis 4 extrem hartnäckig, und man kann sich erfreulicherweise relativ gut auf die entsprechende Anzeige verlassen.

Gefahren bin ich auf den verschiedensten Untergründen (Kies, Schotter, Wald-"Wege", Panzer(rüttel)platten, Kopfsteinpflaster, schlechte Straßen,
Gras etc.), und das meiste davon hat die sehr gute Federung weitestgehend weggebügelt, wobei man immer wieder mal ein Knarzen und Klappern von der Kunstoffverkeidungen hört. Der Odys ist zwar kein richtiger Offroad-Scooter, man kann damit aber trotzdem bedenkenlos (und kopfschmerzfrei) auch abseits befestigetr Straßen fahren.

Noch ein paar Dinge, die mir wärhend der heutigen Fahrt auf- oder eingefallen sind:

- Bei konstanter Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit merkt man ein leichtes "Abriegelungsruckeln", weil Gott sei Dank nicht schon bei 16 oder 17 km/h langsam runtergeregelt wird, damit die Vmax sauber limitiert wird.

- Einhändiges Fahren ist durch die hohe Lenkstange und den relativ schmalen Lenker nicht ganz einfach.

- Spaßbringende Sprünge über Bodenwellen oder dergleichen sind aufgrund der Abmessungen auch nicht so einfach wie bei andern Scootern.

- Auch wenn es manchmal lästig ist, wenn man 40+ km/h-Abfahrten nur mit 20 runterbummeln kann - es ist schon irgendwie cool und gleichzeitig
ein total ungewohntes Gefühl, wenn man ein extrem steiles Gefälle von 20-25% mit Vollgas runterfahren kann, ohne sich irgendwelche Sorgen über versagende Bremsen oder eine unfallträchtig hohe Geschwindigkeit machen zu müssen.

- Der etwas umständliche Zusammenbau hat gleichzeitig zur Folge, dass man z.B. jegliches Spiel in der Lenkstange kinderleicht und ohne irgendein Spezialwerkzeug selbst beseitigen kann.

- Das Überhitzungsproblem ist nicht wirklich eins, wenn man weiß, wie man damit umzugehen hat, bzw. wie sich dieses vermeiden lässt.

- Durch die hohe Systemspannung und ein 2A-Ladegerät hat man eine annehmbare Ladezeit - wo sonst bekommt man mit dem Originalladegerät
675Wh für weit über 60 km in rund 7h wieder voll?

- Wenn der Odys eingeschaltet stehen gelassen wird, fängt die LED-Umrandung auf dem Display nach einer Weil an zu oszillieren - ein cooler Show-Effekt!

Was soll ich noch sagen...Ich bin begeistert - die aufgerufenen 1000€ sind zwar ein stolzer Preis, aber der Gegenwert des extrem sperrigen Odys (so lang wie ein Legend und so schwer wie ein Paul), rechtfertigt diese Summe absolut:

- Leistung knapp unterhalb VX2- und deutlich über G30D-Niveau
- Reichweite fast wie ein VX2 GT
- sehr gute Vollfederung, die zwar nicht lautlos, dafür aber wirkungsvoll arbeitet
- idiotensichere, verschleißfreie Bremsen (die aber auch nicht ganz geräuschlos ihren Dienst verrichten)
- IPX5
- massive Verarbeitung, sehr guter Klappmechanismus, wertige Klingel, kein Klapperschutzblech wie bei vielen Konkurenten
- gut funktionierende App-Anbindung

auf der Negativseite stehen:

- maxial 19 km/h nach GPS (manchmal auch einen Hauch mehr)
- bergab kein Freilauf
- hohes Gewicht und große Abmessungen
- unzureichendes Frontlicht
- sehr hohe, leider nicht verstellbare Lenkstange (dieser Punkt ist natürlich Ansichts- bzw. Körpergrößensache)
- etwas "langweiliges" Design

Der Odys bekommt von mir, nach über 200 gefahrenen "harten" Test-Kilometern, eine uneingeschränkte Kaufempfehlung!

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ErenJäger

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So Leute jetzt kann ich endlich auch mein Fahreindruck wiedergeben. Vorweg ich liebe dieses Teil 😁

Ich fang mal mit den negativ Punkten an:

- Ist knapp 10 cm länger und höher als der VX2, somit sperriger und natürlich auch schwerer als normale Scooter. Es nervt sehr das ding zu schleppen. Also ohne Aufzug oder tragen bis zur 3ten Etage nicht zu empfehlen.
- Ich finde die Ausleuchtung der Lampe gut, aber konnte es leider nicht verstellen und somit bei Nachtfahrten sehr eingeschränkt zu empfehlen (wenn man es verstellen kann, dann fällt dieser negativ Punkt weg).
- 20 km/h max und bergab kein Freilauf
- Dashboard knarzt ab und zu wenn es uneben wird. (Für mich aber absolut nicht störend)
- Handling

Positive Punkte:

- extrem große Reichweite. Bei 90+ kg waren es bei mir 58km, obwohl ich ständig stop and go und einige wenige Steigungen (ca 5-10%) gefahren bin. Beim stop and go habe ich das extra gemacht, weil ich zum einen die sehr straffe Bremswirkung etwas gelockert/verstellt habe und zum anderen macht es extrem viel spaß zu beschleunigen. 2 mal kam mir das Vorderrad hoch, weil ich mich zu oft abgestoßen- und das Daumengas voll durch gedrückt habe😅
- Der Sound beim anfahren und beschleunigen macht süchtig.
- Federrung ist sehr gut, obwohl ich es für mich noch nicht eingestellt habe.
- Verarbeitung finde ich nahezu perfekt und der Klappmechanismus ist aus Alu und genial umgesetzt.
- Die Klingel ist hochwertig und solide verarbeitet und das Dashboard sieht klasse aus.
- Es gibt eine App (wie schon von fireball erwähnt), die den Scooter auf 27,5km/h programmiert, was ich natülich nicht benutzt habe😉

Zum Handling und zu der Größe kann ich nur sagen ich bin 1.68-1.70cm und der Scooter ist keinesfalls zu groß oder unbequem, aber nicht so wendig wie ein kleiner Scooter. Motorüberhitzung hatte ich nicht einmal. Mein Bruder mit seinen fast 150kg ist eine leichte Steigung ca 5% oder mehr mit blinkendem Akkubalken ca. 15 km/h hochgefahren. Also müssen die Steigungen und Tests von fireball heftig sein.

Fazit:

Ich bin extrem begeistert vom Odys vorallem wegen der Qualität. Wenn man hier so im Forum liest was die anderen Scooter für Mängel haben ist dieser Aspekt Gold wert. Und wegen den "Spaltmaßen" an nur 2 kleinen Stellen glaube ich, dass es extra so gemacht wurde, damit die Vibrationen nicht weiter gegeben werden. So sind die Schutzbleche abgesehen von der guten Qualität noch zusätzlich geschützt.

Achja nochwas: Nachden ersten Berichten von fireball, hätte ich mir den Scooter nicht gekauft, deswegen bin ich froh das ich es vorher bestellt hatte, da ich sehr zufrieden bin :)
 
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fireball_mh

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Ich war heute/gestern nochmal mit dem Odys unterwegs und habe ihn an ein paar wirklich extremen Steigungen von abschnittsweise über 20% getestet, die man mit 20 Kilo mehr Hüftspeck vermutlich schon nur noch mit dem SO4 Pro hochkommt - wenn überhaupt.
Die Odys-Power ist für meine gehobenen Bedürfnisse, bis auf homöopathische Ausnahmen, absolut ausreichend - zwecks Reichweitenoptimierung bin ich mit dem VX2 ja oft im Standardmodus unterwegs, was in den allermiesten Fällen auch schon ausreicht, und der Odys ist definitiv noch stärker.
Ich habe ihn heute auf 54 km derart ausgepowert, dass er sich am Ende meinen relativ kurzen Hausberg mit nur noch 6 statt 17 km/h (auf Augenhöhe zum EPF-1 Pro) hochgequält hat. Trotzdem hatte ich noch 1-2 Balken auf der Anzeige und laut App 25% Restakku. Im Flachland wäre ich also sicherlich wieder mindestens 65 km weit gekommen,
Aber diesmal stand ganz klar ein extremer Steigungstest auf dem Plan, und mit meinr Anti-Überhitzungsstrategie, die gestern auch schon beim Niu erfolgreich zur Anwendung gekommen ist, hat er leistungsmäßig ohne spürbaren Dauer-Einbruch abgeliefert.
Es macht auch immer wieder Spaß, extrem steile Abfahrten mit Vollgas (und dem entsprechenden Nervenkitzel) runterzufahren und dabei zu spüren, wie der Odys mit maximlaer Rekuperation (fast immer erfolgreich) dagegen ankämpft, länger als 1-2 Anfangssekunden schneller als 20 km/h zu werden.
Wie z.B. der drehmomentstarke Slidefox, lässt sich der Odys auch nur mit leichtem Widerstand schieben und wird bergauf relativ chnell langsamer, hält die reduzierte Geschwindigkeit dann aber auffallend lange. Die meisten E-Scooter versuchen dagegen, so lange wie möglich die maximale Geschwindigkeit am Berg zu halten und brechen, wenn dies nicht mehr gelingt, "linear" um nicht zu sagen schlagartig ein.
Noch eine Anmerkung zu den wirklich dicken Griffen: ich habe nicht unbedingt die kürzesten Finger, trotzdem kann ich dei Griffe mit meinen Händen nicht ganz umschließen, was bedeutet, dass ich beim Beschleunigen mit der vorderen Fingerhälfte (d.h. vor dem 2. Gelenk) daran hänge, was wiederum etwas gewöhnungsbedürftig ist und jemanden mit kleineren Händen schon stören könnte.
 

fireball_mh

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Heute stand der abschließende, letzte Härtetest für den Odys an.

Bei knapp 30 Grad musste ich genau 1x eine Zwangs(abkühl)pause einlegen, ansonsetn ist er - mit entsprechend rücksichtsvoller Fahrweise - ohne irgendwelche Auffälligkeit "durchgefahren".

Das Reichweitenergebnis stellt einen neuen Negativrekord dar, dafür habei ich heute (zu weit über 60% im Wald, was mit der sehr guten Federung richtig Spaß gemacht hat), nach den obligatorischen Maximalsteigungstests zu Beginn der Fahrt, extrem viele Höhenmeter abgespult - mit diesem Wert hat er sich auf Platz 2 der ewigen Bestenliste, hinter dem Trittbrett Paul und noch vor dem VX2 GT katapultiert, wobei letzterer noch etwas (~100-150W) stärker ist als der Odys. Die Gesamt-Tourenüberischt zeigt mir sogar beeindruckende 1140 HM an (die App ist diesbezüglich leider leicht "buggy").

Ich habe den Neo jetzt einige Male extrem gequält, und er hat mich in puncto Steigfähigkeit und (vor allem) Reichweite alles andere als enttäuscht.
Dazu kommt die hervorragende Federung, die ich bei den aktuell/im Hochsommer fast nur im Wald möglichen Reichweitentests super gut gebrauchen kann.
An die bummelige Geschwindigkeit habe ich mich schon gewöhnt, wobei ich heute laut Komoot anscheinend sogar mal kurzfristig, für den Odys regelrecht unglaubliche, 31 km/h erreicht habe (wenn man mit Vollgas die Kuppe eines extrem steilen Gefälles überfährt, dauert es ein paar wenige Sekunden, bis einen die E-Bremse wieder sicher eingefangen hat).

Der Odys kann in wenigen Worten als "stark, ausdauernd, komfortabel und gemütlich" beschrieben werden.

IMG_20220825_151630.jpg
 
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scooter_michael

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Odys NEO e100
Heute stand der abschließende, letzte Härtetest für den Odys an.

Bei knapp 30 Grad musste ich genau 1x eine Zwangs(abkühl)pause einlegen, ansonsetn ist er - mit entsprechend rücksichtsvoller Fahrweise - ohne irgendwelche Auffälligkeit "durchgefahren".

Das Reichweitenergebnis stellt einen neuen Negativrekord dar, dafür habei ich heute (zu weit über 60% im Wald, was mit der sehr guten Federung richtig Spaß gemacht hat), nach den obligatorischen Maximalsteigungstests zu Beginn der Fahrt, extrem viele Höhenmeter abgespult - mit diesem Wert hat er sich auf Platz 2 der ewigen Bestenliste, hinter dem Trittbrett Paul und noch vor dem VX2 GT katapultiert, wobei letzterer noch etwas (~100-150W) stärker ist als der Odys. Die Gesamt-Tourenüberischt zeigt mir sogar beeindruckende 1140 HM an (die App ist diesbezüglich leider leicht "buggy").

Ich habe den Neo jetzt einige Male extrem gequält, und er hat mich in puncto Steigfähigkeit und (vor allem) Reichweite alles andere als enttäuscht.
Dazu kommt die hervorragende Federung, die ich bei den aktuell/im Hochsommer fast nur im Wald möglichen Reichweitentests super gut gebrauchen kann.
An die bummelige Geschwindigkeit habe ich mich schon gewöhnt, wobei ich heute laut Komoot anscheinend sogar mal kurzfristig, für den Odys regelrecht unglaubliche, 31 km/h erreicht habe (wenn man mit Vollgas die Kuppe eines extrem steilen Gefälles überfährt, dauert es ein paar wenige Sekunden, bis einen die E-Bremse wieder sicher eingefangen hat).

Der Odys kann in wenigen Worten als "stark, ausdauernd, komfortabel und gemütlich" beschrieben werden.

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Erstmal ein dickes Danke an fireball_mh für den ausgiebigen Test bzw. die Tests (waren ja mehrere ;)) zum Odys NEO e100!

Ich habe mir diesem Kraftprotz auch zugelegt und gebe auf diesem Wege gerne mein Feedback ab:
Ich muss sagen ich bin bisher sehr zufrieden und kann ihn für unter 1000 Euro nur empfehlen, wie schon beschrieben wurde passt "stark, ausdauernd, komfortabel und gemütlich" zu diesem Scooter. Klar hat er auch seine Grenzen (Stichwort Gewicht in Verbindung mit Reichweite), aber ich denke das hat jeder E-Scooter.
Ich bin damit meist im Stadtgebiet unterwegs (Arbeitsweg um die 14 Kilometer) und muss sagen der Odys NEO e100 meistert Bordsteinkanten und die üblichen Unebenheiten nahezu perfekt, durch die doppelte Federung merkt man diese eigentlich gar nicht.
Auch die große Reichweite und das schnelle Laden sehe ich als riesen plus Punkt, gerade wie oben beschrieben für längere Touren mit Offroad Anteilen - einfach Top!
Die maximale Reichweite hatte ich an einem Wochenende auch mal getestet (habe ein Gewicht von gut 90kg) und habe, mit Bergab sowie Bergauf Streckenanteilen, eine Reichweite an die 80km geschafft- habe den Scooter aber auch nicht extrem gequält und eher "bedacht" gefahren.
Die Angaben zur maximalen Reichweite unter Idealbedingungen sind also durchaus realistisch!

Gerade auf diversen Untergründen und längeren Strecken überzeugt der NEO e100 auf ganzer Linie, ich bin total begeistert von der Power.
Welche App bzw. Software man jetzt nutzt ist ja jedem selbst überlassen- künftig wird es bestimmt einige Updates geben.

Achso und noch eine Anmerkung habe mir auch mal die Odys Webpage angesehen, dort findet man unter Service auch das deutschsprachige Service Center mit kompetenten Mitarbeitern (-> https://www.odys.de/e-mobility). Für mich auch ein absolutes Kaufargument, gerade im Punkto Wartung und Ersatzteile.

Bin also unterm Strich auch mehr als positiv überrascht von diesem Brand/ Offroad Scooter mit guter Preis/Leistung und wertiger Verarbeitung!

Von meiner Seite aus Daumen hoch!
Bin gespannt was da noch für Scooter von Odys kommen..
Euch viel Spaß auf den Straßen :)

PS: aktuell bekommt man zum Odys NEO e100 über den Online Shop des Herstellers (www.odiporo.de) einen Mi Air Compressor 1S als gratis Zugabe on Top!
 

ESTime

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Hallo zusammen, ich habe seit letzter Woche auch den Odys neo und konnte ihn heute endlich etwas Probe fahren. Meine Vergleich Scooter sind Legend, Legend Lite, Ninebot G30D2, Epf1 Pro und der erste Xiaomi damals + Tier, Voi, Lime.
Erstmal danke Fireball fürs ausgiebige Testen!
Mein Ersteindruck von heute: geil!
Ich hab hauptsächlich Steigungstests gemacht und die hat er für meine 115kg hervorragend bestanden. Es hat mich sogar überrascht wie zügig der den Berg hoch fuhr. Erst nach mehrmaligem nacheinander hoch und runter fahren wollte er irgendwann nicht mehr hochfahren. Aber kein Problem, normal fahre ich nicht ständig so steile (in etwa so wie eine steile Parkhausauffahrt, ca 150m lang) Berge hoch.
Beim bergab Fahren dann zuerst die große Enttäuschung, man wird tatsächlich auf nur 20kmh eingebremst. Aber ich konnte und wollte nicht glauben dass die den Scooter so vermurksen, darum hab ich viel rumprobiert... mit dem Gas und der Bremse gespielt und den Scooter vor/während der Fahrt an und aus gemacht etc.., dabei habe ich festgestellt, dass wenn man den Gashebel nicht drückt und den Bremshebel nur ganz leicht anzieht, so ca 1 cm (also so dass die Motorbremse noch nicht anspringt), dann schaltet er in einen Freilauf und brettert ohne zu bremsen den Berg runter - ich bin an meinem Berg auf bis zu 35kmh gekommen.
Und ich muss sagen das ist absolut geil. Man merkt richtig dass der Scooter für Geschwindigkeiten über 30kmh entworfen wurde. Mit dem langen Radstand liegt der wie ein Brett auf der Straße und bei dem Tempo bügelt die Federung alle Unebenheiten weg. Wenn es einem zu schnell wird einfach den Bremshebel wieder loslassen oder halt komplett anziehen.
Viel Spaß beim Ausprobieren an alle anderen Odys Neo Fahrer!
 

ESTime

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Hier noch meine Einschätzung zum neuen Scooter. Das meiste steht hier schon im Thread, darum kürze ich etwas ab.

Positiv: Guter Stoßdämpfer/Federung, sehr gute Rekuperationsbremse, IP55, sehr hohe Reichweite, guter Klappmechanismus, aufgeräumtes Design, gute Beschleunigung, gute Steigfähigkeit, leiser Motor

Neutral: nur 20kmh (kein Ausnutzen der Toleranz bis 22kmh)

Negativ: zwangsweises Einbremsen auf 20kmh bei bergab Fahrten

Mich persönlich stören die 20kmh Vmax nur wenig, da ich in der Stadt eh alle paar Meter wegen irgendwas etwas langsamer fahren muss.
Das zwangsweise Einbremsen lässt sich immerhin bei starken Gefällen mit dem Bremshebel Bug/Feature verhindern, so dass man doch ab und zu einen Berg runterbrettern kann.

Im Vergleich zur Legend Federung ist der Odys Stoßdämpfer wesentlich härter. Schotter etc spürt man, aber starke Schläge werden gut abgefangen.

Fazit: Super E-scooter!

...einen Nachteil hat der Scooter dann doch noch: Und zwar für meine Bekannten - die sind jetzt nämlich auch in Versuchung auf den Neo umzusteigen! ;-)
 

fireball_mh

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Heute habe ich den Monster-Akku im Zuge eines kleinen Dauersteigungstests mit ca. 30 Steigungen zwischen 10 und über 20% nach "nur" 40 km bis auf 32% runtergefahren. Danach hatte der Odys bei knapp 2 Balken kaum noch Kraft für stärkere Steigungen und so habe ich die kleine Ausfahrt bei maximal unbeständigem Wetter wieder beendet (ich wäre sonst sicherlich noch mindestens 15 km weit gekommen).

Die "Kotzgrenze"an Steigungen liegt irgendwo zwischen Niu KQi3 Pro/Scotex H20 (20%) und VMAX VX2 (25%), also weit unterhalb der beworbenen 30%. Der Motor ist zwar relativ anzugs- und drehmomentstark (jedenfalls solange der Akku noch mindestens halb voll ist), dadurch, dass der Odys nur maximal 19 km/h fährt, muss er aber wirklich an jeder noch so kurzen Steigung ackern, wo andere Scooter praktisch mit dem reinen 22 km/h-Anlaufschwung hochkommen.
Sobald die Geschwindigkeit dabei für mehrere Sekunden auf unter 10 km/h abfällt, neigt der Motor (nicht der Controller!) zum Überhitzen, was sich dann mit einem vorüberhgehenden Leistungseinbruch bemerkbar macht (warum man das entsprechende Display-Warnsymbol nur sieht, wenn man den Scooter aus- und wieder einschaltet, ist auch nicht nachzuvollziehen).
Ich habe heute wieder festgestellt, dass sich die enorme Länge gerade in Kurven negativ bemerkbar macht - wenn man z.B. in der Kurve irgendeinem Hindernis ausweichen will, geht das deutlich umständlicher/schwieriger als mit entsprechend kleinerem Radstand.

Auch wenn man es ihm nicht direkt ansieht: der Odys ist ein waschechter "Offroadscooter" - zwar selbstredend nicht auf Legend-Niveau, aber Bodenunebenheiten, kaputte Straßen, Schotter und typischer Waldboden machen ihm gar nichts aus. Das, in Verbindung mit der sehr hohen Reichweite und der überdurchschnittlichen Power, prädestinieren ihn, trotz überschaubarer Bodenfreiheit, geradezu als "Wald-und Wiesen-Scooter".

Ein empfehlenswertes Zweitladekabel zur Halbierung der Ladezeit bekommt man bei Ali* für 75€ - immerhin 25% Ersparnis gegenüber dem mit 100€ alles andere als günstigen Originalteil, das auf dem Papier mit 2A:1.8A zwar etwas schneller lädt, unterm Strich aber auch gut 7h braucht, um den leeren 12.5Ah-Akku wieder vollzutanken.
 
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fireball_mh

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Hier noch ein interessantes Video, wo die unlimitierte Vorlage, der Inmotion S1, von einem 60(?) kg-Fahrer gequält wird...
Die Steigungen im Video sind mit 75 kg schon nicht mehr möglich (man sieht ja auch, dass der S1/Odys selbst mit dem super leichten Fahrer schon etwas zu kämpfen hat) - da ist (über eine längere Strecke) spätestens bei 22/23% Schluss.
Sehr gut zu sehen ist hier aber auch, wie suboptimal die hohe Lenkstange für kleinere Fahrer ist - mit meinen ~173 cm sind meine Arme beim Fahren schon fast rechtwinklig angewinkelt, was keine besonders angenehme Fahrposition/-haltung ergibt. Insofern würde ich den ansonsten sehr guten Odys Neo für Fahrer unter 170 cm definitiv nicht empfehlen - es sei denn, man braucht das trügerische Sicherheitsgefühl einer fetten Lenkstange vor der Brust...

 
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fireball_mh

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Langsam bedauere ich es, dass ich mir an den gerade vergangenen MM-Clubtagen nicht noch einen 2. Odys Neo zum Angebotspreis geholt habe...
Solche vermeintlich unsinnigen Doppelkaufaktionen mache ich normalerweise nur bei besonders herausragenden E-Scootern (SO4 Pro, Paul, VX2),
und mittlerweile zähle ich den Odys Neo trotz fehlender Freilaufeigenschaft und maximal 19 km/h Spitze auch dazu.

Auf den heutigen gut 43 km mit 750 Höhenmetern hat er wieder (ohne zu Überhitzen) geglänzt.
Ich komme mit dem Odys ausnahmslos alle, teilweise extrem steilen Straßen innerorts im Umkreis von 20-30 km hoch - und hier, im "Land der 1000 Hügel",
gibt es praktisch in jedem Dorf mindestens eine (Wein)Bergstraße, Stiege, Hohle oder sonstige E-Scooter-feindlichen Anstiege.
An seine Grenzen kommt der Odys erst deultich über 20%, bzw. auf rauhem, steinigen Untergrund entsprechend eher, aber das sind dann oft solche Extrem-Steigungen, die auch ein deultich stärkerer VX2 nicht mehr schafft und man mit 75 kg nur noch auf einem Egret X, Legend, Slidefox, Paul oder SO4 Pro hochkommt.

Die vermeintlich größten Nachteile des Odys entpuppen sich, je nach Blickwinkel, sogar als Vorteil:

- Mit 19 km/h lässt es sich maximal streßfrei und entspannt fahren, ohne dass es einem schon unerträglich langsam vorkommt (was vermutlich auch an der üppigen Power und dem stets präsenten Motorengeräusch des Odys liegt).

- Die Fahrbahnausleuchtung mit Zusatzlich ist auch in der dunklen Jahreszeit jederzeit ausreichend - was man bei 22-40+ km/h (bergab) nicht immer behaupten kann (insbesondere bei völliger Dunkelheit auf unbekannten, schlechten Feldwegen).

- Nachdem ich die letzten beiden Winter komplett durchgefahren bin - inkl. etlicher Touren, kann ich sagen, dass sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder etwas darüber, 19 km/h deutlich(!) "angenehmer" anfühlen als 22, insbesondere wenn eisiger Fahrtwind dazu kommt.

- Durch das gnadenlose Rekuperieren bergab hat man keinerlei mechanischen Bremsverschleiß und maximale Ausfallsicherheit - ich kann mit Vollgas total entspannt die steilsten Gefällstrecken runterfahren, ohne mir um ein plötzliches Bremsversagen (beim Legend mehrfach erlebt) oder plötzlich auftauchende Hindernisse, denen man aufgrund zu hoher Geschwindigkeit ggf. nicht mehr rechtzeitg ausweichen kann, Gedanken machen zu müssen. Auch die Sturz- oder Ausrutschgefahr auf herbstlich nassen, verschmutzen oder laubbedeckten Straßen sinkt mit abnehmender Geschwindigkeit merklich.

- Selbst bei den heutigen, kühlen 11 Grad wären bei 40% Restakku problemlos 60 km drin gewesen, und der Fahrkomfort auf schelchten Straßen ist für einen eher typischen Cityscooter ohne mega aufwändige Federungsmechanik dabei wirklich verdammt gut.

Dazu kommt die hochwertige, massive Verarbeitung und eine überdurchschnittlich hohe Zuverlässigkeit.

Ich hätte im Vorfeld wirklich nicht gedacht, dass mich der Odys derart überzeugen könnte, aber wenn man zum Ausgleich noch schnellere und ggf. auch noch stärkere Scooter in der Garage hat, ist das ein wirklich empfehlenswertes Gesamtpaket zu einem noch absolut vertretbaren Preis. (y) (y) (y)
 
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