RCB D5 Fahrberichte, Erfahrungen & Fazit

Dako

Administrator
Teammitglied
Registriert
19 Mai 2019
Beiträge
14.241
Reaktion
18.738
Ort
Hamburg
Über persönliche Fahrberichte zum RCB D5 würden wir uns sehr freuen. Interessant und hilfreich sind Eure Eindrücke zu:
  • Agilität
  • Motorpower/Steigungspower
  • Maximale Geschwindigkeit (auch mit GPS gemessen)
  • Bremsverhalten
  • Qualität/Verarbeitung
  • was Euch sonst noch einfällt
Hier bitte nur persönliche Fahrberichte posten, keine Links zu Werbevideos. Vermeidet bitte Off-Topic. Bei speziellen Fragen, die nichts mit Fahrberichten zu tun haben, bitte ein neues Thema erstellen.
 
Ich bin bzw. war heute sowas von angep***t, weil dieses akteulle Dreckswetter so schnell wechselt, dass man gerade nicht mal mehr 30 Minuten lang trocken durch die Gegend fahren kann, und es momentan auch keinen "normalen Regen" mehr zu geben scheint, sondern nur noch großflächige Wolkenbrüche an der Tagesordnung sind, und so hat der D5 Pro Ultra direkt bei seiner Jungfernfahrt die erste (Stark)Regentaufe erhalten, aber seit gestern bin ich diebzeüglich, trotz IPX4, deutlich entspannter...

Grundsätzlich sind sich D5 und D7 sehr ähnlich - ich gehe hier deshalb nur auf die relevanten Unterschiede ein, von denen es doch einige gibt:

- Obwohl beide sehr stark sind und auch der D5-Controller am Berg bis zu 29A freigibt (allerdings erst ab der zweiten Fahrthälfte), ist dieser spürbar zahmer/softer abgestimmt als der D7, reagiert nicht so "giftig" auf Gasbefehle und beschleunigt auch weniger druckvoll.
- Die beim D7 doch relativ ruppig wirkende E-Brake ist beim D5 angenehm entschärft worden.
- Die Höchstgeschwindigkeit mit Motorunterstützung kommt mir hier mit gefühlten 20.5-21 "echten" km/h etwas langsamer vor, außerdem ist ein leichtes Pulsieren bei Halten der Höchstgeschwindigkeit zu spüren, aber noch kein wirklich unangenehmes "Pumpen".
- Die Federung ist sowohl hinten als auch vorne deutlich komfortabler als beim D7 mit Schwingarmfederung - das Ganze kommt einem fast wie eine weiche Polymerfederung vor, was ein sehr angenehmes, leicht synthetisch wirkendes Dämpfungsverhalten zur Folge hat.
- Das Trittbrett ist relativ kurz und so ist man fast schon gezwungen, regelmäig die steile Fußstütze mitzubenutzen, was auf Dauer/langen Strecken ggf. unkomfortabel erscheinen könnte.
- Bei hohen Geschwindigkeiten ist der D5 viel(!) laufruhiger und fahrstabiler als der schnell "wackelig-schwammig" wirkende D7.
- Die verschraubten Lenkergriffe muste ich auf der 24 km-Ausfahrt auch deutlich seltener nachziehen (nur 1-2 mal).

Ich persönlich finde den günstigeren D5 tatsächlich das gelungenere Gesamtpaket, insbesondere wenn man die Punkte betrachtet, die beim D7 nicht so gut umgesetzt sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also der D5 zieht nicht nur subjektiv weniger vehement an als der D7, sondern ist tatsächlich auch etwas schwächer. Auf der Straße merkt man kaum einen Unterschieb/maximal 1 km/h an sehr starken Steigungen, aber an Offroadsteigungen, die der D7 teilweise noch mit 3 oder 4 Akkubalken extrem grenzwertig bezwungen hat, ist der D5 selbst mit noch 5 Strichen auf der Anzeige praktisch immer chancenlos gescheitert.
Ich denke, dass der D5-Antrieb, trotz ebenfalls bis zu 29A "Antriebsstrom" (ich verstehe übrigens nicht, warum man bei beiden Modellen nicht die vollen möglichen 30-31A ausgeschöpft hat) weniger Drehmoment hat - wahrscheinlich nur irgendwas zwischen 35 und 40 Nm, während der D7 ja bekanntlich (und offiziell) 42 Nm auf die "Kurbelwälle" stemmt. Zum D5 gibt es merkwürdigerweise keine entsprechende Angabe des Herstellers.
Schwach ist dieser natürlich trotzdem nicht und liegt vermutlich etwa auf Pulse "Basic"-Niveau (also ohne "Plus").
Die Reichweite kommt mir übrigens ebenfals geringer vor als beim D7, zumindest nimmt die Akkuspannung merklich schneller ab, was aber auch einfach an den momentan etwas kühleren Temperaturen liegen könnte. Das wechselhaft-bescheidene Wetter lässt momentan leider keinen echten Reichweitentest zu, aber vielleicht klappt's ja endlich am kommenden Wochenende (wenigstens 1x).
Was die "ideale" Lenkstangenposition betrifft, so ist die mittlere der 3 möglichen Einstellungen für meine 173 cm gefühlt eindeutig zu niedrig und die höchste, mit der ich immer unterwegs bin, eigentlich etwas zu hoch, aber ergonomisch deutlich angenehmer.
Verarbeitungstechnisch ist hier zwar noch reichlich Luft nach oben, und auch der D5 ist nicht komplett geräuschlos unterwegs, trotzdem hat auch diese Ultra-Variante eine relativ klare Preis-/Leistungsempfehung verdient.
 
Danke dir für den Bericht. Wie schätzt du, nach deinem Test, die Federung ein?
 
Wie schon weiter oben erwähnt, ist die Federung vom D5 wirklich gut. Ich hatte ja erst die Befürchtugn, dass vorne mit 80 kg Zuladung gar nichts einfedern würde, aber ich persönlich finde sie viel angenehmer als beim D7. Gerade harte Stöße werden definitiv besser abgefangen, und die Fahrstabilität (z.B. beim einhändigen Fahren oder bei hohen Geschwindigkeiten bergab) ist mit dieser Art der Doppel-Federung auch deutlich besser als mit einer Scherenfederung (die beim D7 ja besonders "flatterig" ist).
 
Vom Grundsatz her ist mir das schon klar, es gibt jedoch auch (nicht komplett einstellbare) Scherenfederungen, die ebenfalls sehr gut wirken wie beim Fritz 1.0 oder Navee ST3 (Pro). Eine einfache, (gute) hydaulische Federgabel mit ausreichend Federweg ist aber meistens die bessere Lösung.
 
Ja, das hängt von der Schwingarmlänge und dem Grundwinkel während der Fahrt ab. Wann man nicht so viel Bodenfreiheit braucht kann man auch etwas kürzere Dämpfer einbauen. Bin gespannt wie das Ergebnis wäre beim D7 wenn die jemand tauscht, hätte ich ihn, hätte ich es bereits gemacht. Scheint ja der größte negativ Punkt an dem zu sein.
 
Sodele, heute nochmal (halbtägig) alles durchgetestet - Federung, Power, Geschwindigkeit und Reichweite.

- Die Federung hat OOTB das Prädikat "gut" verdient und ist sowohl für schlechte Straßen, Kopfsteinpflaster, Schotter, extreme Bodenwellen als auch typische Offroadfahrten geeignet. Seit heute quietscht diese ziemlich penetrant, was auf eine entsprechende Verschmutzung zurückzuführen ist.
- Die (Berg-)Power auf der Straße ist praktsich 1:1 wie beim D7, allerdings mit spürbar gedrosselter Beschleunigung, und auch...
- ...die Höchstgeschwindigkit liegt oftmals eher bei 20-21 als bei den 21-22 vom großen Bruder.
- Mit den folgenden Parametern:
ca. 80 kg (die letzten 12+ km mit einem zusätzlichem 3kg-Einkauf),
19-20°C mit leichtem Wind,
einigen kürzeren Steigungstests (on- und offroad) und generell viel auf und ab (in Summe 1040 Höhenmeter) und
3.1 bar Luft in den Reifen
bin ich heute exakt 76 km weit gekommen.
Aus meiner Sicht ein Wert, der in Anbetracht der Rahmenbedingungen und meinen unzähligen Erfahrungs(vergleichs)werten mit anderen Modellen für 27Ah absolut in Ordnung geht. Mit dem 20.8Ah-Akku hätte ich heute vermutlich maximal 60 km geschafft, insofern passt das Ergebnis relativ gut.
Bei 42V Dauerruhespannung (direkt nach dem Abstellen ist diese in der Regel noch ein paar Zehntel geringer) war heute Schluss - damit habe ich den D5 Pro Ultra gerade noch irgendwie meinen kurzen Hausberg hochquälen können, vergleichbar grenzwertig wie mit einem 500-550W-Modell bei vollem Akku - viel mehr als die Nenndauerleistung hat der Antieb am Ende also nicht mehr leisten können, was natürlich immer noch für 20-22 Display-km/h in der Ebene greicht hätte, aber auf Schieben hatte ich heute wirklich keine Lust mehr... :rolleyes:

Noch eine kleine Anmerkung für @Herman1967: im Gegensatz zum D7 hat der D5 keine völlig sinnlosen und auf schlechtem Untergrund klappernden Kunststoffanbauteile am an sich gleichen Lenkrohr.
 
Wow, heute bin ich eine komplett andere Strecke und Fahrtprofil (diesmal sogar über 1400 HM) gefahren, und ohne auf die km-Anzeige zu achten habe ich abgestellt, als der Scooter bei 41.2V Ruhespannung praktisch überhaupt keinen Vortrieb und auch 0 Power für irgendwelche Mini-Anstiege mehr hatte. Am Ende habe ich, bzw. der D5 Pro Ultra (bei 17-19°C) wieder exakt 76 km geschafft - auf den Meter genau dieselbe Reichweite wie gestern, und das wirkich 100% zufällig...Scheint für knapp 20 Grad, 80 kg und viele Steigungen also ein repräsentativer Wert zu sein.
Laut Komoot habe ich heute übrigens eine respektable Durchschnittsgeschwindigkeit (auf 99% Asphalt) von etwas übr 20 GPS-km/h erzielt - dieser Wert ist erfahrungsgemäß nur zu schaffen, wenn der Scooter mindestens knapp 21 (echte) km/h schnell fährt - wesentlich mehr sind es beim D5 allerdings leider nicht...

1754256959975.png
 
Zuletzt bearbeitet:
Auch hier betrug die Wiederaufladezeit "bis Grün" mit dem 3A-Charger vom EPF-Pulse die erwarteten 9h (und ein paar (6) wenige Minütchen).

Preis-/leistungsmäßig sind die beiden neuen RCB Ultra-Modelle der absolute Hammer, gesamtperformancetechnisch (d.h. in der Kombination aus Höchstgeschwindigkeit+Beschleunigung+Steigleistung auf allen erdenklichen Untergründen+Reichweite) hat im Singlemotor-Bereich aber natürlich immer noch der EPF-Pulse+ 960 die Nase vorn und wird vermutlich erst vom neuen VX4 abgelöst, aber das ist natürlich alles eine ganz andere Preisliga, genauso wie der Teverun Fighter Mini Pro (falls man eher auf zügellose 2WD-Power steht).

Wenn(...) man allerdings großen Wert auf eine möglichst perfekte Verarbeitungsqualität legt, mit echten 22 km/h und ohne jegliche "Störgeräusche" unterwegs sein will - oder besonders großes Schuhwerk hat (gerade beim D5 ist das Trittbrett wirklich sehr kurz und die Fußstütze genauso steil), sollte man vielleicht lieber etwas (viel) mehr Geld in die Hand nehmen und sich bei der sog. "Premium"-Konkurrenz umsehen...
 
Zuletzt bearbeitet:
Nachdem es jetzt endlich mal wieder ein paar wenige Tage lang trocken war, habe ich heute nochmal einige "D7-Offroadteigungen" abgeklappert, an denen der D5 zuvor bei suboptimlaen Testbedingungen chancenlos gescheitert war. Heute, bei komplett trockenem Boden, hat er dann auch zumindest 3 von 4 relativ problemlos (wenn auch knapp) bezwungen - die 4. wird heute Abend nochmal probiert, immerhin hatte der D7 diese mit nur noch 3 Balken auf der Uhr und schlechteren Testbedingungen, wenn auch grenzwertig, geknackt...

Das eigentlich Erwähenswerte ist mir aber bei einem kurzen Einkaufszwischenstopp kurz vor Ende der Fahrt passiert. Ich habe den Scooter bei etwa 30 Grad maximal 20-30 min lang in der prallen Sonne geparkt, und als ch anschließend wieder losfahren wollte, hat das Gerät kein Gas mehr angenommen und das Display plötzlich den Fehler "F02" (nicht gleich erkennbar, da etwas versteckt) angezeigt.
Nachdem ich den D5 instinktiv in den Schatten geschoben und dort ein paar Minuten gewartet habe, hat sich mein Verdacht in Bezug auf die einzig plausible Fehlerursache bestätigt, und nachdem das Symbol erloschen war, ist er auch wieder ganz normal gefahren - sogar meinen (sonnenüberfluteten) langen Hausberg hoch, und das, ohne währenddessen oder anschließend nochmal zu streiken...
Merke: die Fahrtwindkühlung des Controllers funktioniert sehr gut, (der Motor selbst kann ohne nennenswerte Last und freiliegend eigentlich nicht überhitzen), im Stand heizt sich das System aber schnell stark auf und kann dann auch mal vorübergehend ausfallen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich muss meine anfängliche Meinung zum D5 revidieren: der Scooter performt offroad praktisch genauso stak wie der D7 - trockener, fester Untergrund (das dürfen auch Steine, lose Erde oder höheres Gras sein) vorausgesetzt.
Ich liebe einfach diese Zähigkeit am Berg - wo die Kiste sich heute wieder, teilweise eine ganze Weile lang mit Schrittgeschwindigkeit oder gar kurz vorm Absterben, hochgekämpft hat, verdient einfach Respekt - und das bei um die 30 Grad im Schatten und ohne zu überhitzen (außer beim Parken in der prallen Sonne ;)).
Dass wenige andere Modelle noch stärker/schneller sind und er die allersteilsten (und sehr selten anzutreffenden) Steigungen über 30% nicht mehr schafft - geschenkt! Genauso wie das Quietschen der Federung, wenn diese mit trockenem Schmutz zugesetzt ist oder die max 21 km/h in der Ebene.
Die neuen RCB Ultra-Modelle sind eigentlich genau das, was ich mir damals von der Hilde gewünscht bzw. erhofft hätte: üppige Leistung für (fast) grenzenlose Offroadeinsätze (ohne dabei irgendwelche Steigleistunsgrekorde aufzustellen) und eine für spaßige Wochenendausflüge völlig ausreichende Reichweite. Die schweineteure Hilde hat leider nichts davon zu bieten, und während der weniger als halb so teuere D* offroad mit 80 kg Zuladung problemlos über 20% Steigung schafft, ist bei der auf Offroad-Look getrimmten Hilde bei bescheidenen 10-15% Schluss - ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die RCBs realistisch die doppte Reichweite haben!
Wie gesagt - ich muss nicht jeden Anstieg mit annähernd Topspeed hochkommen, aber wo der D5 (und auch der D7) sich überall hochkämpft, ohne aufzugeben, ist wirklich noch beeindruckender als wenn ein viel teureres Modell mit einem Leistungsvorteil von 1300 (TFM) bis 1700W (EX2.0) ewartungsgemäß deutlich souveräner performt.
 
Kurzer Nachtrag: bei meinem D5 ist der Stift zur Arretierung der höhenverstellbaren Lenkstange (neben dem zusätzlichen Schnellspanner) komplett im Lenkrohr verschwunden. Ich habe stattdessen, ganz pragmatisch, einen Bitadaper in mattem Chrom-Look verwendet, und diese Lösung ist (seit mittlerweile etwa 300 km) mindestens genauso gut/sicher/passgenau und sogar fast einfacher zu bedienen als das Original:

IMG_20250810_004206.jpg
 

Anhänge

  • IMG_20250810_004158.jpg
    IMG_20250810_004158.jpg
    55,4 KB · Aufrufe: 5
Zuletzt bearbeitet:
Konnte mich nicht mehr zurück halten und habe jetzt den "kleinen" D5 für meine Frau bestellt. Mit Rabat für 655 Euro. Ich denke da kann man nicht viel verkehrt machen.

Der S5 wird mein Bastel & schnell ins Auto Scooter.

Vielen Dank @fireball_mh ! Du hast mir die Entscheidung, dank deiner Berichte, leicht gemacht.
 
Zurück
Oben