Ich kann mir gut vorstellen, dass ich mit meinem Geschwärme schon dem ein oder anderen auf den S**k gehe, aber was soll ich machen - ich finde einfach immer wieder noch imposantere Anstiege, von denen man einfach nur schwärmen kann...
Mit Wasserflasche, Kettenschloß und Zusatzakku im Rucksack standen diesmal gut 80 kg auf dem Brett, und der King of the Hills hat damit auf der heutigen 45 km-Feierabendtour gleich 3 Extremsteigungen (souverän) bezwungen, an denen der wirklich auch sehr starke VX2 Pro nicht den Hauch einer Chance hatte.
Eigentlich waren das alles reine Fußtrampelwege durch den Wald, bzw. ein kaputter Schotteransteig hoch zu einer Burg, die nicht für die Benutzung mit irgendwelchen Verkehrsmitteln vorgesehen sind.
Der SO4 Pro Gen 2 ist einfach ein Tier - die erste Steigung war sicherlich weit über 100m lang, mit sehr schwierigem Untergrund (aufgeweichter Waldboden, aus dem Boden herausragende Wurzeln und Steine) und hatte im oberen Bereich über ein längeres Stück irrwitzige ~30% Steigung - dort hat der VX2 Pro gestern verständlicherweise schlagartig die Segel gestrichen.
Wer mal einen richtigen Feld- oder Schotterweg oder eine Wiese mit 10% hochgefahren ist, weiß vielleicht, wie kräftezehrend so etwas ist, und der Soflow-Pro schafft bei endlichem Gewicht deutlich über 30% im Gelände - und das auch noch langsam, kontrolliert und "mit Halbgas" fahrend!
Der VX2 Pro meistert auf guten Straßen bis zu 30%, auf schwierigem Untergrund ist dagegen bei rund 25% Schluss, was aber auch schon verdammt gut ist und z.B. die Leistungsfähigkeit eines Pauls deutlich übertrifft.
Wie auch immer - der erste lange Anstieg wurde ohne Abzusetzen (was gleichbedeutend mit einem "zurück zum Anfang" gewesen wäre, weil man auf dieser Strecke mit dem SO4 Pro nicht mehr hätte anfahren können) bezwungen.
Gleich danach folgte eine noch krassere und "wildere" Prüfung, wo der VX2 selbst mit etwas Anlaufschung nicht mal das erste, besonders steile Stück geschafft hat - und danach ging es ja noch munter (und nur etwas weniger steil) weiter...
Der 3. Anstieg auf maximal zerklüftetem Stein-/Schotterboden (ohne Foto) war nur minimal weniger schwierig und für den VMAX eine, für den im Gelände auch erstaunlich starken Fritz sogar 2 Nummern zu hoch.
Fotos können diese Herkulesaufgaben gar nicht angemessen wiedergeben, und auch ein Fahrtvideo würde dem tatsächlichen Schwierigkeitsgrad nicht gerecht werden - man muss solche Anstiege, die eigentlich steile, teilweise verwilderte Wanderwege sind, einfach in Echt sehen und erleben, bzw. erfahren - das ist Adrenalin pur (zum einen wegen der extremen Steigung, bei der man sich teilweise nicht mehr ganz so wohl fühlt, und zum anderen aufgrund des besonders anspruchsvollen Untergrunds, wo jeder kleine Fahrfehler oder Unachtsamkeit zu einem üblen Sturz führen kann).
Das waren heute jedenfalls definitv Prüfungen der Kategorie "hyper-schwer"...
Und zum Schluss noch eine leicht ketzerische Bemerkung:
Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass der City-Scooter So4 Pro für solche unwegsam-verschlungenen, besonders steilen Trampelpfade signifikant besser geeigent ist als die High-End-Monster VX4 und Elite X - trotz deutlich geringerer Bodenfreiheit, fehlender Federung und schmalen Straßenreifen!
Warum?
Nun, der SO4 Pro ist extrem handlich und agil zu fahren, man kann ihn auch auf engstem Raum relativ problemlos um unüberwindbare Hindernisse herummanövrieren oder kurz das Vorderrad lupfen, was mit den voluminösen Schwergewichten oben sicherlich nicht so einfach möglich ist.
Mit 10 oder auch 11"-Reifen kann man nicht über alle Hindernisse im Wald drüberfahren - Bodenfreiheit und Federweg hin oder her, spätestens wenn mitten in einer 30-35%-Steigung ein Stein oder eine Wurzel aus dem Boden ragen, ist Schluss mit "da fahr ich einfach drüber" - das kann ich aus Erfahrung garantieren!
Zudem ist es mit dem Pro und seinem irre starken Getriebemotor möglich, langsam und kontrolliert bergauf zu fahren (was manchmal zwingend erforderlich ist, um Stürze zu vermeiden), ohne ihn dabei "abzuwürgen" oder den Motor/Controller zu überhitzen.
Er ist trotzdem stabil und schwer genug, um auch richtige Hardcore-Holperstrecken problemlos wegzustecken (solange das die Knochen des Fahres mitmachen), wo ich mir beim Fliegengewicht SO One Pro nicht mehr ganz so sicher bin...
Bei guten Wetterbedingungen hat der erste Akku heute übrigens nur etwa 25 km lang durchgehalten - ohne Wechselakkusystem wäre das ziemlich ernüchternd.
Blick nach unten auf das erste, noch einigermaßen human steiles Drittel:
Hier geht's dann stramm bergauf und oben hinter der (Rechts-)Kurve mindestens genauso steil weiter:
Und hier die Auffahrt zur 2. "Todesstrecke", die der VX2 Pro mit noch relativ vollem Akku nur bis zum Baum geschafft hat:
