Nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich heute mal wieder mit dem SO4 Pro Gen2 gefahren - nicht rein zufällig, denn ich wollte unbedingt noch ein paar fehlende Testwerte für meine unzähligen Standardsteigungen ermitteln.
Dabei hat sich wieder einmal gezeit, dass der Urvater aller Powerscooter auch heute noch locker mithaltn kann.

Zwar ist er an meinem Hausberg mittlerweile der Langsamste in meinem Fuhrpark, aber je steiler es wird, umso mehr spielt er seine wahren Stärken aus (den Unterschied zwischen Kraft/Drehmoment und reiner (Peak)Leistung).
Eigentlich wollte ich die Steigung unten erst mit dem SO4 Pro GT angehen, da der VX2 Extreme als vermeintlich stärkster Singlemotor-Scooter, der "onroad" durch die Bank Bestwerte erzielt und dabei fast immer auch den im Sportmodus/ohne aktivierten Kurzzeit-Boost rund 2000W starken ZT3 Pro D hinter sich lässt, hier mit noch fast vollem Akku aboslut chancenlos gescheitert war.
Da der GT aber noch (mindestens) unerklärliche 2 Monate auf sich warten lassen wird, war ich heute so dreist und habe die Übung einfach mal mit dem SO4 Pro Gen2 versucht - tatsächlich ohne allzu große Erwartungen, aber ich dachte mir, dass es zumindest einen Versuch wert wäre, da er mich in der Vergangenheit schon wirklich extreme Anstiege hochgebracht hat (zum großen Teil in den hiesigen Erfahrungsberichten nachzulesen).
Steigung des Tages
Was soll ich sagen: mit vollen 3 von insgesamt 4 Akkubalken hat der alles andere als fein abgestimmte Power-Oldie meine 80+ kg relativ problemlos hochgewuchtet!

WTF...DAS hätte ich wirklich nicht erwartet, zumal der Soflow zwar spürbar zu kämpfen hatte, aber gefüht noch ein ganzes Stück von der endgültigen Kapitulationsgrenze entfernt war.
Bis etwa 30% halten VX2 Extreme, Fritz 2.0 und auch der neue EPF-Pulse+ noch relativ gut mit (der ZT3 Pro verabschiedet sich schon ein paar Prozentpunkte eher) , aber spätestens bei 33-35%@80 kg (offroad oder bei schwereren Fahrern entsprechend eher) steigen alle anderen Konkurrenten ohne Getriebe aus und auch der bis dahin 1-2 km/h schnellere, mit dem aktuellen Getriebemotor ausgestattete, SO-Floh SO One Pro besitzt keine höhere Maximalsteigfähigkeit.
Wenn also irgendein fremdfinanzierter Werbeyoutuber alle paar Wochen ein neues Modell als den absolut stärksten E-Scooter auf dem Markt anpreist, kann man sich als langjähriger SO4 Pro-Besitzer ganz entspannt zurücklehnen und das zweifelhafte Fischmarkt-Geschreie getrost ignorieren.
Auf der heutigen, 46 km langen, bergigen Tour mit insgesamt 10 Teststeigungen, an denen der Oldie mit mindestens 3 von 4 Balken auf der Uhr mehrmals auf bis zu 6-7 km/h eingebrochen ist, habe ich übrigens bei windigen 10-12°C zwei zu Beginn rappelvolle Wechselakkus, insgesamt also etwa 20Ah, leer gefahren.
War mal wieder ein kurzweiliges, wenn auch - insbesondere auf den vielen holprigen Feldwegen, leicht unkomfortables Vergnügen, bei dem ich, neben einer guten Vollfederung, das ein oder andere Mal auch wieder eine effiziente E-Brake vermisst habe...
P.S.: Mit dem bereits ausverkauften SO4 Pro Max hätte man für die heutigen Tests mindestens 2-3 Mal ausrücken müssen, da für diesen bekanntlich noch keine Zusatzakkus verfügbar und Steigungstests mit maximal Halb vollem Akku nicht mehr repräsentativ sind.