Viron: Fehler E07 Motor zerlegen

E-07 hat mich eben fast das Leben gekostet. Dramatisiert.

Mitten auf einer Kreuzung, ohne Radweg und natürlich ein PKW in cm Abstand hinter mir, bin ich über einen Buckel. Zack. Motor aus. Natürlich sofort hupen vom Pkw wildes fluchen und maximal enges überholen und abdrängen gepaart mit wilden Beschimpfungen...

Ich werde jetzt die beiden freien Pins ebenfalls mit Strom versorgen, damit ich doppelte Kontakte habe.
Sollte das nicht helfen, ist das Abenteuer El-Vira nach gerade mal 4000km zu Ende.

Da auch der ePF2, auch nach gerade mal 4000km, das Gas Problem hat, wird das Kapitel E-Scooter wohl eine längere Pause bekommen. Mir gehen die Dinger einfach zu schnell kaputt.
 
Das ist wohl der anschließende Bericht zum Fehler E07.

El-Vira wurde nun endgültig als Totalschaden von mir definiert.

Wie kommt es dazu?

Ich habe El-Vira heute komplett geöffnet und bin die Kabel und Verbindungen durch Abtasten und messen abgegangen.

Die Kabelverbindungen unter der Abdeckplatte unterhalb des Rahmens, sind alle korrodiert. Den Motorstecker konnte ich nicht trennen. In dem Moment, da ich ihn jedoch berühre, für der Motor aus. El-Vira blinkt mit ihren Lampen und zeig E08 als Fehler.

Betaste ich die anderen Stecker, erhalte ich immer mal auch den Fehler E07.

El-Vira ist zu keinem Zeitpunkt Unterwasser oder sonstwie geflutet gewesen.

Regen, kann dann Ablauf gut abfließen. Winter, Schnee, Salz und immer mal Feuchtigkeit, haben den Kabelbaum bzw die Verbinder beschädigt. der Schmutz unter der Abdeckung zeigt, das es eben nicht dicht ist.

Hätte das vermieden werden können?
Wenn El-Vira in einer Turnhalle, bei schönem Wetter gefahren wird, vielleicht. Für mich war sie aber immer ein Alltagsfahrzeug. Das muss laufen, den ich will nicht laufen.

Wie geht es weiter? Wenn niemand Bock hat den Kabelbaum zu erneuern, wird es das wohl gewesen sein. Vermutlich muss ich sie zerlegen und auf dem Dachboden verstauen, den der Keller ist randvoll. Ein Ersatz ist ebenfalls nicht absehbar. Vielleicht kommen auch die Teile zum Verkauf. Immerhin nagelneuer 25Ah Akku, 2 Tipp top 500W Motoren und ein System Gepäckträger.

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Moin,

laut Hersteller hat der eScooter den Status "IP54", das bedeutet:
  • Erste Ziffer (5 - Staubgeschützt): Schutz gegen Staubablagerungen in schädigender Menge. Ein Eindringen von Staub ist nicht vollständig ausgeschlossen, beeinträchtigt aber die Funktion nicht.
  • Zweite Ziffer (4 - Spritzwasserschutz): Schutz gegen Wasser, das aus jeder Richtung als Spritzwasser gegen das Gehäuse trifft.
(Bei Gartensteckdosen mit IP54 gilt, für den Aussenbereicht geeignet, aber OHNE direkte Wettereinwirkung. Das bedeutet wettergeschützte Lage, kein direkter Regen.)

Wie man nun "Spritzwasser" genau auslegen kann/möchte, ..........

IP54 ist auf jeden Fall NICHT wasserdicht, somit kann Regenwasser eindringen (dazu gehört nicht nur das Wasser, das direkt aus den Wolken fällt, sondern auch das Wasser, das beim Fahren aufgewirbelt wird und am Rahmen entlang läuft (durch Abdeckungen ohne Dichtung und auch durch die Batterieaufhängung und Kontakte).
Wenn dann das Wasser auch noch aufgelöstes Streusalz mit sich führt, dann ist alles Material, das korrosionsgefährdet ist in Not - besonders die Steckerkontakte.

Nur ein neuer Kabelbaum wird bei deiner Allwetter-Nutzungsart nur temporäre Abhilfe sein. Die undichten Steckverbinder kann man mit "selbstverschweißenem Isolierband" versiegeln (ist richtig dicht, ist aber teuer und geht schlecht wieder ab).
Das Controller-Gehäuse kann man sicherlich mit Silikon abdichten, bzw. etwas besser schützen.
Bei den Akku-Kontakten wird es komplizierter, man könnte auf die vorhandenen Stecker verzichten und im Akku und Controllergehäuse Kabel anbringen und eine "wasserdichte" Steckverbindung einsetzen.

Auch die Kabeleinführung am Motor könnte mit etwas Silikon abgedichtet werden?
 
Das der Roller, bzw seine Elektronik nicht untergetaucht werden kann, ist mir klar.

Die höhere IP Schutzklasse kann der Roller auch nie erreichen. Schon weil am Akku selbst keine Dichtungen sind und die Verbindungsstelle selbst ebenfalls ohne Dichtung ist. Überlappende Kanten und Ablaufrinnen sind hier der Lösungsweg.

Die Stecker unter der Abdeckung sind eigentlich wasserfeste Steckverbindungen. Da gibt es diverse Modelle von.

Der Motor an sich ist ebenfalls ohne Dichtung. Der Deckel ist aufgeschraubt und reicht. Tauchen ist trotzdem nicht.

Da eigentlich alles wetterfest sein sollte, ist das Versagen so eine Sache. Vielleicht Korrosion, vielleicht auch ein Kabelbuch durch Vibrationen. Der Stecker hat Gewicht und kann sich in dem Gehäuse bewegen. Vielleicht hat sich auch der billige Stecker etwas gelöst...

Lösungsansatz jetzt:
die Steckverbindungen unter der Abdeckung werden aus der Gleichung entfernt und direkt verlötet. Ich benötige die Stecker nicht. Natürlich mit selbstklebendem Schlumpfschlauch überzogen. Die Verbindung ist dann für Tauchgänge geeignet. Nur die Verbindung! Nebeneffekt: Platz.

Die Kabel sollten lang genug sein. Die Frage ist: wie weit ist der Schaden in die Leitung gekrochen.

Wenn der Schaden zu weit in den Leitungen steckt, müssen neue Kabel gezogen werden. Boar... Überhaupt kein Bock drauf.

Stand jetzt, kann ich nur den Tipp geben, alle Verbindungen unter dem Deckel mit Schlumpfschlauch, selbstdichtend, zu behandeln. Das alles mit Silikon auszufüllen, ist zwar ne Idee, aber das war von oben muss ablaufen können. Und das fließt von mehreren Stellen unter die Abdeckung.
 
Moin,

"wasserdicht" ist ab IP67 (bis 1m Wassertiefe) und geht bis IP69 (z.B. für Tauchpumpen).

Deine Fotos (auch frühere Fotos) zeigen, dass nicht nur ein paar Wasserspritzer gewirkt haben, sondern richtig Flüssigkeit die betroffenen Bereiche umspült haben.

>>> .... Da eigentlich alles wetterfest sein sollte, ist das Versagen so eine Sache. ....<<<
Sorry, der Hersteller erklär in der Bedienungsanleitung Seite 5 (Anschnitt 4.1 -> "Allgemeine Parameter -> IP-Bewertung: IP64") eindeutig, dass das Fahrzeug NICHT wetterfest ist.

Die "smarten" Steckverbinder sehen recht wasserdicht aus, sind es aber nicht mit Sicherheit. Etwas Vaseline auf den Verriegelungsring dichtet etwas besser ab, aber auch das ist nicht sicher.
Auch das Tacho-Gehäuse ist nicht richtig Wasserdicht!!!!

Das ist leider bei allen eBikes und eScootern so, je nach Bauart mal mehr, mal weniger. Für besseren Schutz muss man selbst Hand anlegen, oder nur bei trockenem Wetter fahren.
 
Umspült... Joar... Fahren im/ nach Regen. Das Wasser spritzt trotz Schutzblech an den Rahmen und läuft von dort nach unten zur Abdeckung und drunter. Hier sitzen die Steckverbindungen.
Der Dreck zeigt ja, das es genau so gelaufen ist.

Für mich ist es jetzt wichtig a) eine Lösung zu finden b) Erfahrungen zu teilen, damit andere aus meinen Fehlern lernen können.
Und c) mein Fahrverhalten zu ändern? Nö. :)

Es ist schade, das ich schon jetzt Aufwand betreiben muss. Jedoch habe ich das Modell allein seiner Einfachheit wegen gewählt. Keine bis sehr wenige Spezialteile. An alles kann man, mehr oder weniger, bequem rankommen.

Im Augenblick setze ich auf das neue Fahrrad. Wenn auch nicht ganz freiwillig.
 
Schrumpfschlauch über gefährdete Waterproof Stecker mach ich auch. Für einen anstehenden Umbau hab ich XXL Schrumpfschlauch besorgt, damit wird dann Controller & Co. unterm Trittbrett vor Spritzwasser geschützt.
 
Moin,

bei den Wasserspuren ist zu befüchten, dass auch Probleme in den Rahmenrohren passieren. Da geht Wasser durch die Kabellöcher rein und verbleibt dort. Ich befürchte, dass die Rahmen-Rohre von innen keinen Korrosionschutz haben.
 
Befürchten muss ich nix. Ich weiß. Den in Winter sind nur immer mal die Bremsen (Bowdenzug) angefrohren.
 
Bevor ich den Stecker aufschneide und feststelle, das alle Adern schwarz sind, frage ich mal im Vorfeld:

Hat schonmal jemand den Motorstecker / den Stecker unter der Abdeckung geändert und kann mir sagen, ob eine farbige Belegung benutzt wurde?

Wenn ich jetzt den Kabelbaum ändere, stellt sich außerdem die Frage: wie nennt sich der Motorstecker an der Motor Seite?

Lohnt es sich gleich den Controller und das Display zu wechseln? Weil könnte ja auch nenn Schaden haben. Das es nur ein besseres Display gibt, ist mir klar und ich würde notgedrungen damit leben Fahrstufen zu haben.
 
Hat schonmal jemand den Motorstecker / den Stecker unter der Abdeckung geändert und kann mir sagen, ob eine farbige Belegung benutzt wurde?
ich hab bei meinem 1200er Viron dieses Set verbaut. Weil es den GZ3 Controller nicht mit Waterproof Stecker gibt muss man neu verkabeln. Die Motorabschaltkabel habe ich nicht angeschlossen, fahre auch meinen XT950 problemlos ohne diese Abschaltung.

Wenn ich jetzt den Kabelbaum ändere, stellt sich außerdem die Frage: wie nennt sich der Motorstecker an der Motor Seite?
Ist ein 9-poliges Motorkabel, passend zu meinen verlinkten Controller wäre es so eines. Die Länge hängt davon ab wo du den Controller befestigen möchtest.

Lohnt es sich gleich den Controller und das Display zu wechseln?
Oooh ja, du wirst deinen Viron nicht wieder erkennen. 3 Fahrstufen, anfahren mit oder ohne ankicken, Power einstellbar etc.


Eines ist wichtig, wenn du einen anderes Controller-Display Set verwendest dann hast du kein Bremslicht mehr. Möchtest du es trotzdem haben dann musst du alles selber hinfummeln, z.B. indem du die Motorabschalter dafür nutzt.
 
Moin,

willst du dir das Verlöten der Kabel wirklich antun?
Auf dem Foto sehen die Kabelenden nicht üppig lang aus und du brauchst auch Aderlänge für die Schrumpfschläuche auf den Lötstellen. Im eingebauten Zustand würde ich das nicht machen (und ich bin im Löten nicht ungeschickt).

Im C24-Shop kosten die beiden Kabel (Verteiler/Motor und Verteiler/Controller) jeweils 20€ (+Versand). Da musst du nur auf der Controllerseite die farbigen Adern löten (ohne passende CrimpStecker und Crimpzange die Adern kappen und verbinden) da ist auch gut Platz zum Basteln.

Das Einziehen der neuen Motorleitung ist nicht dramatisch. Beim entfernen der alten Leitung ein stabiles Seil anknoten und mit durchziehen, an diesem Zugseil kannst du dann die neue Leitung leicht einziehen.

Ich würde nur die Motorleitung tauschen, hier fließt der Motorstrom und durch die Übergangswiderstände der Korrosion wird Stromwärme die Steckverbindung verklebt/verschmolzen haben.
Die anderen Steckverbindungen im Verteiler und auch die Stecker am Controller würde ich mit Kontaktspray reinigen, aus Erfahrung empfehle ich "Kontakt 60" zum Reinigen und zur Korrosionsablösung und "Kontakt 61" nur an den Kontakten - als Schutz vor Feuchtigkeit. Dann alle Steckverbindungen im Verteiler zusätzlich mit mit "selbstverschweißendem Isolierband" versiegeln.

Untersuche den Controller gut auf Korrosionsschäden, auch an den Steckern. Da die Elektronik ja vergossen ist, sollten die Bauteile und Leiterbahnen auf der Platine OK sein. Wenn, dann sind die Pfostensteckkontakte und deren Lötkontakte durch Feuchtigkeit gefährdet. Ich vermute, dass auch hier deutliche Spuren von Feuchtigkeit zu erkennen sind.

Auf älteren Fotos und auch auf den Produktfotos der Ersatzkabel ist zu erkennen, dass die Kabelisolierungen am Controller einfach nur abgetrennt sind und nicht versiegelt sind. Hier kann auf jeden Fall Feuchtigkeit in die Kabel eindringen und Stecker erreichen. Hier empfehle ich, an den Stellen, wo die Adern aus der Isolaton herauskommen alles satt mit Silikon zu versiegeln (auch die Adern abspreizen und Silikon dazwischen drücken). Das ist leider oft und gerne eine böse Schwachstelle an den recht ungeschützten Kabelführungen an Motorrädern.
 
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